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USA: Yukos-Zwangsversteigerung diskreditiert Finanzplatz Russland

AFP VOM 19.12.2004 | Nachrichten - International | 10053 Aufrufe
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Menatep, Yukos

- Washington kritisiert fehlende Transparenz und Unabhängigkeit

Die Zwangsversteigerung des russischen Ölkonzern Yukos hat nach Einschätzung der USA dem Wirtschaftsstandort Russland und dem russischen Justizwesen schweren Schaden zugefügt. Der Umgang mit dem Fall Yukos nähre "ernste Bedenken" hinsichtlich eines "Mangels an Transparenz und der Unabhängigkeit russischer Anleger, der Finanzgesetzgebung und der Gerichte", sagte US-Außenamtssprecher Richard Boucher am Montag in Washington. Das Vertrauen in die russischen Rechts- und Justizinstitutionen habe gelitten.

Das private Unternehmen Yukos war am Sonntag in einer Zwangsversteigerung zerschlagen worden. Überraschend erhielt die bislang unbekannte Firma Baikalfinansgroup auf der Auktion in Moskau für umgerechnet 7,03 Milliarden Euro den Zuschlag für gut drei Viertel der wichtigsten Yukos-Tochter Yuganskneftegas. Analysten vermuteten hinter der Firma den staatlich gelenkten Erdgasgiganten Gasprom. Gasprom wies diesen Verdacht jedoch zurück.

Die Versteigerung fand statt, obwohl ein Konkursgericht im texanischen Houston noch am Samstagabend erneut den Aufschub der Zwangsmaßnahme verfügt hatte. Yukos-Mehrheitsaktionär Menatep kündigte rechtliche Schritte gegen den Käufer an. Menatep hält einen Bankrott des Ölkonzerns unterdessen für unausweichlich.

Moskau fordert von Yukos Steuernachzahlungen in Höhe von umgerechnet 20,7 Milliarden Euro. Yukos-Gründer Michail Chodorkowsky wurde im Oktober vergangenen Jahres festgenommen. Er wirft der Regierung politische Motive vor.

20. Dezember 2004 - 21.00 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2004


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