Ein in Bayern stationierter US-Soldat ist wegen der Ermordung von vier irakischen Gefangenen zu einer 35-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein US-Militärgericht im bayerischen Vilseck befand den Unteroffizier Joseph P. Mayo am Montag schuldig. Mayo räumte ein, die gefesselten Männer im Jahr 2007 gemeinsam mit mehreren Kameraden durch Kopfschüsse getötet und in Bagdad in einen Kanal geworfen zu haben.
Der 27-Jährige musste sich wegen Mordes und Verabredung zum Mord vor dem US-Tribunal verantworten, ein weiterer Anklagepunkt wegen Behinderung der Justiz wurde fallen gelassen. Das Gericht befand den Unteroffizier zunächst schuldig und verkündete später das Strafmaß. Dem Urteil zufolge soll die Haftdauer höchstens 35 Jahre betragen. Nach zehn Jahren Haft ist eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung möglich.
Der Angeklagte, der der in Deutschland stationierten 172. Infanteriebrigade angehört, sagte vor Gericht, die Tötung der Gefangenen sei seiner Ansicht nach im Interesse seiner Truppe gewesen. Die Iraker seien nach einer Reihe von Angriffen auf seine Einheit festgenommen worden. Er habe sie gemeinsam mit mehreren Kameraden gefesselt, ihnen die Augen verbunden und sie mit Pistolenschüssen in den Hinterkopf getötet.
Nach einem Bericht der "New York Times" waren die Soldaten nach der Festnahme von Vorgesetzten aufgefordert worden, die Häftlinge aus Mangel an Beweisen freizulassen. In den Fall sind insgesamt sieben US-Soldaten verwickelt. Ein Angeklagter war bereits im Februar zu lebenslanger Haft mit der Möglichkeit einer Aussetzung zur Bewährung verurteilt worden. Mitte April soll nach Gerichtsangaben das Verfahren gegen den ranghöchsten Angeklagten, den Hauptfeldwebel John E. Hatley, beginnen.
30. März 2009 - 16.47 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2009
