US-Richter müssen über Mordprozess gegen 13-Jährigen entscheiden
AFP VOM 26.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 686 Aufrufe Mehr zum Thema:Mord, Kinder
Erstinstanzliches Gericht verweigerte Prozess vor Jugendgericht
Ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Pennsylvania befasst sich seit Dienstag mit der Frage, ob ein des Mordes verdächtiger Junge vor einem normalen oder einem Jugendgericht der Prozess gemacht wird. Sollte der heute 13-Jährige wie ein Erwachsener behandelt werden, droht ihm lebenslängliche Haft ohne Bewährung.
Im vergangenen Jahr hatte ein Gericht in erster Instanz entschieden, dass der Junge sich vor einem normalen Gericht verantworten muss, wie es das Gesetz von Pennsylvania bei schweren Verbrechen vorsieht. Der Fall hatte damals international für Schlagzeilen gesorgt - dabei geht es auch um den Umgang des US-Justizsystems mit Kindern.
Der Fall liegt zwei Jahre zurück. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat der damals elfjährige Jordan im Februar 2009 die im achten Monat schwangere Freundin seines Vaters brutal erschossen. Der Junge bestreitet die Tat. Im vergangenen Jahr schloss ein örtlicher Richter einen Prozess vor einem Jugendgericht mit dem Argument aus, Jordan zeige keinerlei Reue für die Tat. Seine Anwälte weisen darauf hin, dass der Junge keine Reue zeigen könne, da er seine Unschuld beteuere.
Im Mittelpunkt des jetzigen Verfahrens steht laut Richterin Cheryl Allen die Frage, ob das Gericht im vergangenen Jahr gegen das verfassungsmäßige Recht des Jungen verstoßen hat, sich nicht selbst zu belasten. Staatsanwalt Christopher Carusone erwiderte, niemand habe den Jungen zu einem Schuldbekenntnis genötigt. Es sei nicht um Schuld oder Unschuld gegangen, dies solle ja erst im Mordprozess geklärt werden, argumentierte Carusone.
Nach Pennsylvanias Gesetzen kommt der Junge nur dann vor ein Jugendgericht, wenn es eine Aussicht gibt, dass er sich wieder in die Gesellschaft eingliedert. In diesem Fall käme er bei einem Schuldspruch in eine Jugendstrafanstalt und könnte bereits an seinem 21. Geburtstag entlassen werden. Die Eltern der Ermordeten wollen, dass Jordan lebenslang hinter Gittern bleibt. "Das ist wie bei einem Alkoholiker", sagte die Mutter Deborah Houk vor Journalisten: "Wie soll eine Rehabilitation möglich sein, wenn Du nicht einmal kapierst, dass Du ein Problem hast?"
26.01.2011 - 04:01 Uhr


