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US-Polizist nach Schuss auf Schwarzen wegen Totschlags verurteilt

AFP VOM 9.7.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 817 Aufrufe
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Schüsse, Afroamerikaner

Strafmaß soll am 6. August in Los Angeles verkündet werden

Ein Gericht in Los Angeles hat einen früheren Polizisten nach dem Schuss auf einen unbewaffneten Schwarzen in Kalifornien vor anderthalb Jahren wegen Totschlags verurteilt. Die Jury befand den Angeklagten für schuldig, den 22-jährigen Oscar Grant in Oakland mit seiner Waffe erschossen zu haben. Laut den Unterlagen des Gerichts war der 28-jährige Johannes Mehserle am Neujahrstag 2009 zu einem Streit in der U-Bahn von Oakland im Norden Kaliforniens gerufen worden. Nach eigenen Aussagen wollte er seine Elektroschockpistole einsetzen und zog aber versehentlich die Schusswaffe.

Das Strafmaß soll am 6. August verurteilt werden. Totschlag wird in der Regel mit zwei bis vier Jahren Haft bestraft. Die Jury könnte wegen des Schusswaffengebrauchs aber auch eine längere Strafe verhängen.

"Wir denken, dass das ein Mord war", sagte Opferanwalt John Burris zu dem Schuldspruch wegen Totschlags. Die Familie des Opfers sei verärgert über das milde Urteil. "Das System hat uns fallen gelassen, aber Gott wird uns niemals fallen lassen", sagte die Mutter des Opfers, Wanda Johnson, nach der Verhandlung. "Als Familie und als Afroamerikaner werden wir weiter für unsere Rechte in dieser Gesellschaft kämpfen", sagte sie.

Der Fall hatte Oakland in heftige Proteste ausgelöst, weshalb das Verfahren nach Los Angeles verlegt wurde. Auch nach dem Urteil kam es in nordkalifornischen Stadt zu wütenden Protesten. Zahlreiche Menschen versammelten sich auf den Straßen, die Innenstadt musste laut Fernsehberichten teilweise gesperrt werden. Einige kleinere Gruppen von Protestierenden warfen Fensterscheiben ein und plünderten Geschäfte, wie die Zeitung "San Francisco Chronicle" berichtete. Polizeibeamte seien mit Steinen und Flaschen beworfen worden. Dem Zeitungsbericht zufolge gab es mindestens 20 Festnahmen.

9. Juli 2010 - 13.19 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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