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US-Delegation spricht in Kuba über Einwanderungsfragen

US-Delegation spricht in Kuba über Einwanderungsfragen

AFP VOM 13.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 994 Aufrufe
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Kuba

Freilassung von seit Monaten inhaftiertem US-Bürger gefordert

Die seit mehr als einem Jahr andauernde Inhaftierung eines US-Bürgers in Kuba hat die Gespräche beider Länder über Einwanderungsfragen in Havanna überschattet. Die kubanische Seite sprach im Anschluss an die Gespräche am Mittwoch in einer Erklärung von einem "fruchtbaren Dialog", ohne den Fall des 61-jährigen Alan Gross zu erwähnen. Dagegen forderte die US-Delegation Gross' "sofortige Freilassung", wie es in einer Mitteilung des US-Außenministeriums hieß.

Der Mitarbeiter einer Firma, die für die US-Entwicklungshilfeorganisation USAID arbeitet, war Anfang Dezember 2009 festgenommen worden, als er Handys und Computer verteilte. Die Geräte waren nach US-Angaben für die Kommunikation von Juden in Kuba mit Glaubensgenossen in anderen Ländern gedacht. Die kubanische Führung wirft Gross hingegen vor, er habe Oppositionsgruppen bei der Spionage für die USA unterstützen wollen.

Die beiden Delegationsleiter, Vize-Staatssekretärin Roberta Jacobson für die USA und Vize-Außenminister Dagoberto Rodríguez für Kuba, stellten der kubanischen Erklärung zufolge fest, dass beide Seite einen "bedeutenden Rückgang" der illegal in die USA ausgewanderten Kubaner festgestellt hätten. Dies sei das Ergebnis der "Anstrengungen beider Länder beim Kampf gegen den Menschenhandel und die illegale Einwanderung". Im Haushaltsjahr 2010 wurden laut US-Küstenwache 442 Kubaner im Meer aufgegriffen, 2009 waren es 799 und im Jahr davor 2199.

Kubas fordert bei den Gesprächen, die abwechselnd in beiden Länder stattfinden, die Abschaffung der seit 1966 bestehenden Regelung, wonach jeder Kubaner, der US-Boden betritt, schnell eine Aufenthaltserlaubnis bekommt. Havanna wirft Washington vor, Kubaner dadurch zu einer gefährlichen Flucht über das Meer zu verleiten.

Beide Länder unterhalten seit fünf Jahrzehnten als Folge der kubanischen Revolution von 1959 keine diplomatischen Beziehungen zueinander. Fast ebenso lang ist die Blockade in Kraft, die Washington gegen das kommunistisch regierte Kuba verhängte. Dennoch gibt es die bilateralen Gesprächsrunden über Themen wie die illegale Einwanderung und den Drogenschmuggel. Unter der Regierung von US-Präsident George W. Bush wurden die Gespräche allerdings 2003 abgebrochen, sein Nachfolger Barack Obama ließ sie nach sechs Jahren Unterbrechung dann 2009 wieder aufnehmen.

13.01.2011 - 12:31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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