Ein US-Bürger hat in Australien gestanden, während der Flitterwochen in "Down Under" seine ihm frisch angetraute Ehefrau getötet zu haben, um an ihre hohe Lebensversicherung zu kommen. Wegen Totschlags wurde er von einem Gericht in Brisbane zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, von denen dreieinhalb Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurden. Der 32-Jährige hatte sich im Mai den australischen Behörden gestellt.
Der Vorfall liegt bereits fünf Jahre zurück. Bei einem Tauchausflug zu einem Schiffswrack am Great Barrier Reef war die Frau im Oktober 2003, nur elf Tage nach ihrer Hochzeit, tödlich verunglückt. Ein Tauchlehrer fand ihre Leiche auf dem Grund des Meeres - bei den anschließenden Ermittlungen sagte ein anderer Taucher aus, er habe gesehen, wie der Ehemann sie unter Wasser ungestüm umarmt habe, bevor er ohne sie auftauchte.
Staatsanwalt Brendan Campbell warf dem Geschäftsmann aus Alabama vor, seiner damaligen Frau in ihrer Notlage nicht von seinem Sauerstoff abgegeben zu haben, obwohl er ein erfahrener Taucher sei. Er habe sie ohne ernsthaften Rettungsversuch auf den Meeresgrund sinken lassen, statt ihre Auftriebsweste aufzublasen und ihr durch die Entfernung der Tauchflaschen oder anderer Gewichte zu helfen, an die Meeresoberfläche zurückzukehren. "Er hat praktisch jede Chance für ihr Überleben ausgelöscht", sagte der Staatsanwalt vor Gericht.
Der Geschäftsmann hatte den Ermittlern zu seiner Verteidigung gesagt, seiner damaligen Frau sei das Mundstück der Sauerstoffflasche aus dem Mund gerutscht. Anschließend sei sie so schnell gesunken, dass er sie nicht habe retten können. Seine Version wurde von Gutachtern jedoch zurückgewiesen. Ursprünglich hatte die Anklage auf Mord plädiert - sie ging davon aus, dass der Mann seiner Frau bewusst die Sauerstoffzufuhr unterbrochen und sie so lange unter Wasser gehalten hatte, bis sie tot war. Schließlich schloss sie sich aber dem Pläydoyer des Angeklagten an.
Der Vater des damals 26-jährigen Opfers äußerte sich entsetzt über das milde Urteil. "Ich bin sicher, dass ganz Australien ebenso wie unser Land den Schock teilt, den wir gerade erlebt haben. Das Urteil ist einfach ungerecht - es ist aberwitzig," sagte er nach dem Urteilsspruch. Dem inzwischen wieder verheirateten Täter sei "ein einfacher Ausweg" ermöglicht worden.
5. Juni 2009 - 11.51 Uhr
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