US-Anwalt Ed Fagan droht Futtermittelherstellern
AFP VOM 6.3.2001 | Nachrichten - Aktuelles | 4585 Aufrufe Mehr zum Thema:Witti, BSE, Tiermehl, Schadensersatz
US-Staranwalt Ed Fagan, der in den USA Futtermittelhersteller wegen BSE zu Schadensersatzzahlungen an Bauern in Milliardenhöhe verklagen will, hatte für diesen Montag erste Schritte angekündigt. "Wir schicken Briefe an etwa ein Dutzend Firmen. Darin werden sie aufgefordert, weltweit die Produktion von Tiermehl einzustellen", sagte Fagan gegenüber der Zeitung "Welt am Sonntag". Weiter äußerte er: "Wir erwarten, dass sie das ablehnen. Dann haben wir die Möglichkeit, sie zu verklagen."
Bereits 250 Bauern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen interessieren sich nach Fagans Angaben für eine anwaltliche Vertretung durch ihn und seinen deutschen Partner, den Münchner Anwalt Michael Witti. Die Kerngruppe von Mandanten liege derzeit bei 20 bis 30 Bauern. Kontakt bestehe auch zu einem regionalen Bauernverband.
Fagan und Witti sind sich einig, dass sie einen Trend eingeleitet haben. "Als Folge der Globalisierung werden immer mehr europäische Fälle in die USA gehen. Die Gefahr besteht jedoch, dass jeder Anwalt, der hier nicht weiter kommt, es ohne US-Erfahrung oder geeigneten Partner versucht", warnt Witti. Alarmiert sind inzwischen auch Justizpolitiker in Deutschland. Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) sagte der "Welt am Sonntag": "Ich rate zu erhöhter Wachsamkeit. Wenn es zu einer gezielten Abwanderung von Prozessen kommen sollte mit dem Ziel, deutsche Unternehmen erhöhten Schadenersatzforderungen auszusetzen, dann müssen wir reagieren." Das deutsche Schadensersatzrecht sei ausreichend. Dagegen forderte Hans Lühn vom Deutschen Anwalts Verein (DAV) gegenüber der Zeitung, die Beträge für Schmerzensgeld in Deutschland deutlich höher anzusetzen. "Sie stehen in keinem Verhältnis zu dem, was bei Verletzung des Persönlichkeitsrechts gezahlt wird", sagte das DAV-Vorstandsmitglied.
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