US-Airline Continental trägt Schuld an Concorde-Absturz bei Paris
AFP VOM 6.12.2010 | Nachrichten - Allgemein | 607 Aufrufe Mehr zum Thema:Concorde, Flugzeugabsturz
Urteil zehn Jahre nach Katastrophe mit 97 deutschen Opfern
Zehn Jahre nach dem Absturz des Überschallflugzeuges Concorde in der Nähe von Paris mit 113 Toten hat ein Gericht in Frankreich der US-Fluggesellschaft Continental die Schuld an der Katastrophe zugewiesen. Das Urteil zur Ursache des Absturzes, bei dem auch 97 Deutsche ums Leben kamen, fällte am Montag ein Strafgericht in Pontoise bei Paris. Continental muss eine Geldstrafe von 200.000 Euro sowie eine Million Euro Schadensersatz an Air France zahlen; ein Angestellter der Airline erhielt 15 Monate Bewährungsstrafe.
Ein weiterer Angestellter von Continental wurde dagegen entlastet. Ebenso freigesprochen wurden drei französische Beschuldigte der Gegenseite, denen unter anderem Nachlässigkeit im Umgang mit bekannten Problemen am Treibstofftank der Concorde vorgeworfen worden war.
In dem Verfahren ging es darum, dass eine Continental-Maschine am 25. Juli 2000 beim Start am Pariser Flughafen Roissy-Charles de Gaulle eine Lamelle aus Titan verlor, die wenig später beim Start der Concorde einen Reifen zerschnitt; herumfliegende Teile beschädigten einen Treibstofftank des Überschallflugzeuges, der sich entzündete. Continental hatte versucht nachzuweisen, dass die Concorde schon vorher brannte. Die Concorde stürzte wenig später in Gonesse bei Paris ab.
Die Concorde-Betreiberin Air France hatte mit der US-Fluggesellschaft jahrelang darum gestritten, wer die Schuld an dem Unglück trägt. Die französische Airline hatte Continental die volle Schuld zugewiesen. Als Nebenkläger traten neben Air France auch eine Handvoll Hinterbliebene auf. Angehörige der deutschen Opfer gehörten nicht dazu. Sie hatten im Gegenzug für ein Schmerzensgeld im Jahr nach der Katastrophe auf weitere Forderungen verzichtet. Die Staatsanwaltschaft hatte Strafen auf beiden Seiten gefordert. Die Katastrophe bedeutete das Ende des legendären Überschallflugzeuges.
06.12.2010 - 12:31 Uhr


