US-Ölkonzern in Ecuador zu Milliardenstrafe verurteilt
AFP VOM 15.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1303 Aufrufe Mehr zum Thema:Chevron, Entschädigung
Chevron soll wegen Ölpest acht Milliarden Dollar zahlen
Ein Gericht in Ecuador hat den US-Ölkonzern Chevron wegen der Zerstörung des Regenwalds zu einer Milliardenstrafe verurteilt. Chevron müsse für Zerstörungen der Umwelt im Amazonasgebiet, die zwischen 1964 und 1990 durch die Ölförderung der Ölfirma Texaco verursacht wurden, acht Milliarden Dollar (5,95 Milliarden Euro) zahlen, teilte ein Anwalt der Regierung mit. Chevron hatte Texaco 2001 aufgekauft.
In einer Erklärung teilte das Unternehmen mit, es halte das Urteil für illegitim und nicht durchsetzbar. Es beruhe auf Betrug und widerspreche den Beweisen, erklärte Chevron und kündigte Berufung an. "Chevron glaubt nicht, dass das Urteil in irgendeinem Gericht, das die Rechtsgrundsätze anerkennt, durchsetzbar ist", hieß es. Frühere Urteile internationaler und US-Gerichte würden die Vollstreckung des Urteils verhindern. Zudem forderte das Unternehmen, dass die "Straftäter für diesen Betrug" zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Klage der ecuadorianischen Amazonasgemeinschaft war ursprünglich im Jahr 1993 in New York eingereicht worden. Gefordert wurden 27 Milliarden Dollar für Wasser- und Bodenverschmutzung. Die Ecuadorianer warfen Texaco vor, Milliarden Liter giftigen Abfalls in den Amazonas abgelassen zu haben. Chevron behauptete dagegen seit geraumer Zeit, dass das Verfahren unsachgemäß sei. 2009 veröffentlichte das Unternehmen Online-Videos, in dem vorgegeben wurde, der vorsitzende Richter sei in einen Schmiergeldskandal verwickelt. Kurz darauf gab der Richter seinen Vorsitz wegen Befangenheit ab.
15.02.2011 - 08:01 Uhr
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