UNO gründet Kommission gegen Diskriminierung wegen Aids
AFP VOM 24.6.2010 | Nachrichten - International | 488 Aufrufe Mehr zum Thema:Aids, HIV
Experten sollen weltweit Gesetze untersuchen
Eine UN-Kommission soll sich künftig gegen Gesetze stark machen, die HIV-Infizierte und Aids-Patienten diskriminieren. Das teilten das UN-Entwicklungsprogramm UNDP und das Aidsprogramm der Vereinten Nationen (UNAIDS) in Genf mit. In vielen Ländern würden Gesetze gegen Homosexuelle, Drogenabhängige oder Prostituierte die Betroffenen "mehr bestrafen als schützen", erklärten beide Organisationen. UNAIDS-Chef Michel Sidibé sagte, solche Gesetze seien "eines der größten Hindernisse" im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit, an der 2008 zwei Millionen Menschen starben.
Sidibé zufolge sind in 86 Ländern homosexuellenfeindliche Gesetze in Kraft. In sieben Ländern, die meisten von ihnen im Nahen Osten, stehe auf Homosexualität die Todesstrafe. 52 Länder würden die Reisefreiheit von HIV-Positiven einschränken.
70 Prozent aller Neuinfektionen in Osteuropa und Asien betreffen demnach Drogenabhängige, von denen die meisten keinen Zugang zu Hilfsprogrammen hätten, weil ihnen dies gesetzlich untersagt sei. Es sei an der Zeit, "die Würde dieser Menschen wiederherzustellen und diesen schlechten Gesetzen ein Ende zu setzen", sagte Sidibé.
Die Kommission soll Experten in verschiedene Länder schicken und dabei "Informationen sammeln und austauschen". In 18 Monaten wird die Kommission den Plänen zufolge "Empfehlungen" über Gesetze aussprechen, die allen Menschen Zugang zu Präventionsmaßnahmen und HIV-Infizierten eine Behandlung ermöglichen.
24. Juni 2010 - 19.11 Uhr
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