UN-Kriegsverbrechertribunal weist Karadzics Einspruch zurück
AFP VOM 12.2.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 660 Aufrufe Mehr zum Thema:Karadzic
Früherer bosnischer Serbenführer beschwerte sich über Verteidiger
Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic ist vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal mit seinem Widerspruch gegen die Einsetzung eines Verteidigers gescheitert. Die Berufungskammer des Gerichts in Den Haag habe den Einspruch vollständig zurückgewiesen, erklärte Richter Theodor Meron in einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung. Das Recht, sich selbst zu vertreten, sei "nicht absolut" und könne "bestimmten Beschränkungen unterworfen" werden. Im Dezember 2009 hatte das Haager Tribunal Karadzics Forderung zurückgewiesen, seinen Verteidiger, den Briten Richard Harvey, zu ersetzen. Der Serbe hatte dagegen Beschwerde eingelegt.
Das Gericht hatte Harvey zu Karadzics Verteidiger ernannt, um die Fortsetzung des Prozesses auch in dem Fall sicherzustellen, dass der Angeklagte das Verfahren weiter boykottiert. Karadzic hatte in seiner Beschwerde argumentiert, das Gericht hätte ihn seinen Verteidiger aus einer Liste auswählen lassen müssen. Den Prozessboykott begründet er damit, dass ihm zu wenig Zeit zur Vorbereitung eingeräumt worden sei.
Der Ex-Serbenführer ist wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnienkrieg (1992-95) angeklagt. Karadzic war im Juli 2008 nach einem 13 Jahre langen Versteckspiel in Belgrad gefasst worden.
12. Februar 2010 - 17.31 Uhr
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