Ein prominenter guatemaltekischer Anwalt, der Staatspräsident Álvaro Colom in einem posthum veröffentlichten Video eine Verwicklung in seine Ermordung vorgeworfen hatte, hat seinen Tod selbst geplant. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der UNO eingesetzte Kommission zur Untersuchung des Falls. Wie der spanische Vorsitzende der Internationalen Kommission gegen Straflosigkeit in Guatemala, Carlos Castresana, am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, engagierte der Anwalt Rodrigo Rosenberg über Angehörige seiner Ex-Frau Auftragsmörder, um einen vermeintlichen Erpresser zu töten. In Wirklichkeit sei jedoch er selbst das Ziel gewesen, sagte Castresana auf einer Pressekonferenz in Guatemala-Stadt.
Die Untersuchungskommission wertete unter anderem tausende von Rosenberg geführte Telefonate mit seinen Angehörigen aus. Daraus sei hervorgegangen, dass zwei Vettern seiner Ex-Frau mehrere Berufskiller, darunter einige Polizisten, mit dem Mord beauftragten. Die beiden Männer, der Unternehmer José Ramón Valdés Paiz und sein Bruder, sollen sich auf der Flucht befinden.
Der Tod des Anwalts im Mai und das später ausgestrahlte Video hatte Guatemala in eine schwere politische Krise gestürzt. Zehntausende Menschen forderten eine Justizreform in Guatemala. Mit durchschnittlich 17 Morden pro Tag hat das zentralamerikanische Land eine der höchsten Gewaltraten der Welt. Auch international hatte der Fall für Aufsehen gesorgt, weil Präsident Colom mit der Tat in Verbindung gebracht wurde. Die Regierung hatte jedoch jede Verstrickung in Rosenbergs Tod zurückgewiesen und erklärte, mit dem Video werde versucht, den Staatschef in Misskredit zu bringen.
13. Januar 2010 - 09.37 Uhr
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