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Twitter will nationale Zensur-Vorschriften befolgen

AFP VOM 27.1.2012 | Nachrichten - Allgemein | 387 Aufrufe
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Kurznachrichtendienst will selektiv aussieben

Der Internet-Kurznachrichtendienst Twitter hat die Unterdrückung von Textnachrichten in einzelnen Ländern angekündigt, falls die nationale Gesetzgebung dies erfordern sollte. Wenn dies nötig sei, "werden wir versuchen, dies dem Nutzer zur Kenntnis zu bringen und klar darstellen, wenn der Inhalt zurückgehalten wurde", teilte Twitter mit. Kritiker warnten vor einer zunehmenden Zensur.

Bisher war es so, dass Botschaften auf Aufforderung nur weltweit entfernt werden konnten. Jetzt teilte Twitter mit, dass Nachrichten, sogenannte Tweets, auch selektiv in einzelnen Ländern unterdrückt werden könnten. So seien beispielsweise in Ländern wie Deutschland oder Frankreich Botschaften mit Neonazi-Inhalten verboten. In anderen Ländern sei die Vorstellung von Meinungsfreiheit so anders, "dass wir dort nicht werden existieren können".

Bisher sei von der Möglichkeit der Unterdrückung einer Nachricht in einem Land noch nicht Gebrauch gemacht worden, hieß es weiter. Wenn dies jedoch der Fall sein sollte, würden Einzelheiten dazu auf der Website ChillingEffects.org veröffentlicht. Twitter hob hervor, dass Respekt vor der Stimme jedes einzelnen Nutzers zu den Grundsätzen des Kurznachrichtendienstes gehöre: "Wir werden versuchen, Inhalte überall und jederzeit aufrecht zu erhalten, wenn wir können und wir werden den Nutzern gegenüber Transparenz herstellen, wenn wir dies nicht können."

Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte die Ankündigung scharf. Dies sei "eine Art der Zusammenarbeit mit Zensoren", erklärte die Journalistenorganisation in Paris. Es sei "eine schlechte Nachricht für die Meinungsfreiheit". Es stelle sich nun die Frage, wie Twitter vorgehen wolle: Ob ein einfacher Telefonanruf schon zur Unterdrückung einer Nachricht ausreichen werde, ob Schlüsselwörter eingegeben würden oder ob Justizanordnungen abgewartet würden.

Die Organisation verwies auf die Zensur in China und hob hervor, Twitter habe etwa bei den Demonstrationen in den arabischen Ländern eine wichtige Rolle gespielt.

27.01.2012 - 15:30 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2011

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