Topseller! Amazon steigt ins Waffengeschäft ein

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Wird oft zusammengekauft: "Kalaschnikow, Tarnanzug, Skihaube".

Der Rechthaber

Er wollte nur einen neuen Fernseher auf Amazon.com bestellen, stattdessen bekam der US-Amerikaner ein Sturmgewehr zugeschickt. Passiert ist das in den USA, und irgendwie sind jetzt alle ganz aufgeregt. Der Kunde, die Polizei, Amazon, die Medien. Wie das nur passieren konnte. Ein funktionstüchtiges Gewehr anstatt eines Fernsehers!

Arne Schinkel
Von Arne Schinkel
Mitgründer von 123recht.net und Frag-einen-Anwalt.de. Schreibt über das Recht aus ungewohnter Perspektive: seiner. Beachtet die Symptome und bekämpft die Ursachen. Weniger Paragrafen, mehr Eigenverantwortung. "Was jeder einzelne tun kann? Sehr viel: Verantwortung übernehmen. Und im Fall von Unrecht entscheiden: Da mache ich nicht mit!"

Wozu die Aufregung, immerhin geht es hier um die USA. Kauf und Besitz von Waffen ist dort so etwas wie Kauf und Besitz von Kaugummis - bekommt man überall, legal und in jedem Alter. Und man darf auch damit rumlaufen. Warum nicht also auch bei Amazon Waffen und Zubehör kaufen?

123recht.net Tipp:

Schreiben Sie mit dem interaktiven Muster Ihren individuellen Widerspruch gegen den Rundfunkbeitrag. Beantworten Sie die einfachen Fragen, drucken Sie den fertigen Text aus und versenden Sie den Widerspruch an den Beitragsservice.

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Warum Amazon nicht schon früher auf die Idee gekommen ist, Waffen über seine Plattform zu vertreiben, weiß kein Mensch. "Kunden, die sich für diese Beretta interessiert haben, haben sich auch angeschaut: "Kalaschnikow, Blendgranate, Mörser". Das wäre doch mal interessant!

Und die Kundenrezensionen erst:

"Ich hatte mir bei dieser Walther eher was Größeres vorgestellt. Auch liegt sie nicht so gut in der Hand wie eine Smith&Wesson."

"Hat mir gute Dienste geleistet, neulich beim Amoklauf im Bowling Center. Keine Ladehemmung. Jederzeit wieder."

Jetzt ist es aber ja so, dass der Kunde eigentlich einen Fernseher wollte. In Europa könnte er einfach innerhalb von zwei Wochen widerrufen und das Sturmgewehr zurückschicken. "Empfängt kein RTL, außerdem dachte ich, es wäre flacher." In den USA gibt es so ein verbraucherfreundliches Widerrufsrecht im Fernabsatz aber nicht. Ob man dort Nacherfüllung verlangen kann?

Und wie läuft das dann, in der Praxis? Denn besonders blöd ist ja, dass der Kunde die Waffe nicht an den Verkäufer zurückschicken kann, weil die Polizei das Ding bereits konfisziert hat. Irgendwie hatten die ein Problem damit, das Gewehr per Post zu versenden. Dabei hat das beim Hinsenden ja auch bestens geklappt!

Da sind Auseinandersetzungen über die negativen Bewertungen doch vorprogrammiert. "Dusseliger Verkäufer. Schickt anstatt Fernseher ein Gewehr." Und der Verkäufer entgegnet: "Behauptet Gewehr bekommen zu haben, weigert sich aber, es zurückzuschicken. Wählt bestimmt die Demokraten."

Das wird noch ein juristisches Nachspiel haben. Wir bleiben da dran.

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