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Todkranker Lockerbie-Attentäter Megrahi kommt angeblich frei - 1/1
AFP vom 13.08.2009   |   942 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - International

Todkranker Lockerbie-Attentäter Megrahi kommt angeblich frei

Libyer soll in Heimat zurückgebracht werden

Dem krebskranken libyschen Lockerbie-Attentäter Abdelbasset Ali Mohammed el Megrahi soll laut Medienberichten Haftverschonung gewährt werden. Der wegen des Anschlags auf ein US-Linienflugzeug über Schottland im Jahr 1988 verurteilte Megrahi solle in seine Heimat zurückgebracht werden. Bei den Angehörigen der 270 Opfer lösten die Berichte widersprüchliche Reaktionen aus.

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Der 57-jährige Megrahi werde voraussichtlich nach einer Ankündigung des schottischen Justizministers Kenny MacAskill kommende Woche von Schottland nach Libyen gebracht, berichten BBC und Sky News ohne Angabe von Quellen. Laut BBC soll er pünktlich zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der in Libyen am 20. August beginnt, in seine Heimat zurückkehren.

Ein Sprecher der schottischen Regionalregierung wies die Medienberichte als "reine Spekulation" zurück. Die Regionalregierung hatte im Juli bekanntgegeben, Megrahi habe um Haftverschonung gebeten. Bereits im Mai hatte Libyen die Rückführung Megrahis unter Verweis auf ein Abkommen mit Großbritannien zum Gefangenentransfer beantragt. Vergangene Woche besuchte der Justizminister Megrahi in der westschottischen Haftanstalt Greenock. Zudem nahm MacAskill Kontakt zu Angehörigen der Lockerbie-Opfer auf.




Die Berichte stießen bei einigen Angehörigen britischer Lockerbie-Opfer auf Zustimmung, die Megrahis Verurteilung für nicht rechtens halten. So sagte Jim Swire, dessen Tochter mit 23 Jahren bei dem Anschlag starb, es sei "unmenschlich", Megrahi weiter in Haft zu halten. Susan Cohen aus den USA, die damals ihre 20-jährige Tochter verlor, sagte hingegen, eine Freilassung Megrahis wäre eine "Schande". "Das zeigt nur die Macht des Geldes, das mehr zählt als die Gerechtigkeit."

Der ehemalige Geheimdienstagent Megrahi war 2001 als Drahtzieher des Attentats auf eine Boeing 747 der damaligen US-Fluggesellschaft PanAm über dem schottischen Lockerbie zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt worden, später wurde die Strafe auf mindestens 27 Jahre Haft reduziert. Bei der Explosion am 21. Dezember 1988 starben alle 259 Insassen der PanAm-Maschine, überwiegend US-Bürger, sowie elf Menschen am Boden. Es handelte sich um den bis dahin schwersten Terroranschlag in Großbritannien. Megrahi beteuerte immer wieder seine Unschuld und legte zwei Mal Berufung gegen das Urteil ein, sein erster Antrag scheiterte bereits 2002.

13. August 2009 - 16.50 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009



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