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Todeskandidat erhält nach gescheiterter Hinrichtung Aufschub

AFP VOM 19.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1235 Aufrufe
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Hinrichtung

Ärzte stachen 20 mal vergeblich zu

Nachdem im US-Bundesstaat Ohio die geplante Hinrichtung eines 53-jährigen Häftlings mittels einer Giftspritze gescheitert ist, hat ein Bundesrichter die vorläufige Aussetzung weiterer Versuche angeordnet. Der Anwalt des Todeskandidaten Romell Broom, Timothy Sweeney, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er wolle nunmehr eine vollständige Aussetzung der Exekution erreichen. Jeder weitere Versuch, Broom hinzurichten, verstoße gegen das Verfassungsverbot grausamer Bestrafung, sagte Sweeney.

Die Justizbehörden hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass der Versuch zur Hinrichtung Brooms nach zwei Stunden abgebrochen worden war, weil die Ärzte seine Venen nicht trafen. "Sie haben 18, 19, 20 mal zugestochen, in den Arm, ins Bein, überallhin", sagte Sweeney. Das sei "ungeheuer schmerzend" gewesen, so dass sein Mandant am Schluss zusammengebrochen sei. In den gesetzlichen Regelungen Ohios heißt es, dass Hinrichtungen "schnell und schmerzfrei" erfolgen müssen. Im Fall seines Mandanten könne nunmehr die Ansicht vertreten werden, dass er "mit keinem Mittel hingerichtet werden darf", sagte der Anwalt. "Sie haben es versucht und sind gescheitert."

Broom ist der erste zum Tode Verurteilte in den USA, bei dem eine Hinrichtung durch die Giftspritze scheiterte. In den 40er Jahren gab es einen ähnlichen Fall, bei dem ein Todeskandidat in Louisiana die geplante Hinrichtung auf einem elektrischen Stuhl überlebte. Er versuchte, beim Obersten Gerichtshof den Verzicht auf einen weiteren Versuch der Hinrichtung zu erreichen, was 1946 mit fünf gegen vier Richterstimmen abgelehnt wurde. Broom war zum Tode verurteilt worden, weil er 1984 ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt und umgebracht hatte.

19. September 2009 - 10.57 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009




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