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Timoschenko muss am Montag nicht vor Gericht

AFP VOM 24.6.2012 | Nachrichten - Allgemein | 838 Aufrufe
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Timoschenko, Opposition, Charité

Behörden folgen Empfehlung von Berliner Charité-Chef

Die inhaftierte ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko muss am Montag nicht in einem neuen Prozess vor Gericht erscheinen. Die ukrainischen Gefängnisbehörden teilten auf ihrer Webseite mit, Timoschenko, die unter Bandscheibenvorfällen leidet, habe brieflich beantragt, dem Verfahren fernbleiben zu können. Sie verwies dabei auf die Empfehlungen des Chefs der Berliner Charité, Karl Max Einhäupl, der die 51-Jährige behandelt. Einhäupl hatte Timoschenko am Samstag untersucht und von einem Transport zum Gericht abgeraten.

Durch eine Teilnahme der 51-Jährigen am Prozess könnten "die Therapieerfolge der vergangenen Wochen zunichte gemacht werden", sagte Einhäupl der "Berliner Morgenpost". "Aus ärztlicher Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dieser Prozess jetzt stattfinden muss", sagte Einhäupl. "In einigen Wochen könnte es eine Stabilisierung des Gesundheitszustands von Frau Timoschenko geben."

In dem neuen Prozess, der Mitte April begonnen hatte und am Montag fortgesetzt werden sollte, werden Timoschenko Steuerhinterziehung und Veruntreuung vorgeworfen. Dabei geht es um Timoschenkos Zeit als Chefin des Staatskonzerns Vereinigte Energiesysteme der Ukraine.

Timoschenko verbüßt seit Oktober bereits eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Sie soll als Regierungschefin ein für die Ukraine unvorteilhaftes Gasgeschäft mit Russland abgeschlossen haben. Der Westen sieht die Haftstrafe gegen die Gegnerin von Präsident Viktor Janukowitsch als politisch motiviert an.

Derzeit wird Timoschenko wegen mehrerer Bandscheibenvorfälle in einem Krankenhaus in der Stadt Charkiw behandelt, die auch Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft ist. Wegen des international kritisierten Umgangs der ukrainischen Führung mit Timoschenko und anderen Oppositionspolitikern hatten zahlreiche Politiker die EM-Spiele in der Ukraine boykottiert.

© AFP Agence France-Presse GmbH 2012



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