Tierschützer Watson vermutet Japan hinter Festnahme
AFP VOM 22.5.2012 | Nachrichten - Allgemein | 1228 Aufrufe Mehr zum Thema:Haftbefehl, Paul Watson, Beteiligung, Japan
Deutschland prüft Auslieferung von Sea-Shepherd-Gründer
Der in Deutschland festgenommene Tierschützer Paul Watson hat Japan eine Beteiligung an seiner Festnahme vorgeworfen. Er finde es "sehr interessant", dass Costa Rica seine Auslieferung ausgerechnet im Oktober 2011 verlangt habe, als Japan in Australien eine Zivilklage gegen die von ihm gegründete Tierschutzorganisation Sea Shepherd eingereicht habe, sagte Watson dem australischen Sender Channel 7.
Japan gebe viel Geld dafür aus, um seine Aktionen gegen die japanische Walfangflotte zu stoppen, "und es würde mich nicht wundern, wenn Japan auch daran beteiligt wäre", sagte Watson zu seiner Festnahme.
Watson war Mitte Mai aufgrund eines internationalen Haftbefehls am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Die deutsche Justiz prüft eine Auslieferung des 61-jährigen Kanadiers nach Costa Rica. Er wurde zwar auf Kaution freigelassen, darf Deutschland aber bis zum Abschluss des Auslieferungsverfahrens nicht verlassen.
Nach Angaben von Sea Shepherd wirft Costa Rica dem Tierschützer Behinderung der Schifffahrt vor. Der Haftbefehl bezieht sich auf eine Aktion aus dem Jahr 2002, als die Organisation vor der Küste Guatemalas einen Dokumentarfilm über die brutale Jagd auf Haie drehte.
Die Tierschützer von Sea Shepherd sind vor allem für ihren alljährlichen Einsatz gegen die japanische Walfangflotte in der Antarktis bekannt. In diesem Jahr warfen Aktivisten Stinkbomben auf japanische Walfangschiffe und setzten Taue ein, um die Schiffsschrauben zu behindern. Japan tötete deshalb zwei Drittel weniger Tiere als geplant. Die Aktionen gegen die Walfänger würden "mit oder ohne mich weitergehen", sagte Watson im australischen Fernsehen. Die Schiffe sollen demnach im Dezember wieder in die Antarktis aufbrechen.
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