Thales muss Taiwans Marine Millionen-Entschädigung zahlen
AFP VOM 4.5.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1236 Aufrufe Mehr zum Thema:Thales, Bestechung
Französische Firma hatte Bestechungsgeld gezahlt
Der französische Rüstungskonzern Thales muss wegen unerlaubter Kommissionszahlungen im Zuge eines Rüstungsgeschäftes mit Taiwan mehr als 500 Millionen Dollar Entschädigung zahlen. Ein Schiedsgericht in Paris habe angeordnet, dass Thales Taiwan 591 Millionen Dollar (448 Millionen Euro) zuzüglich Zinsen ab dem Jahr 2001 zahlen müsse, sagte der Anwalt der taiwanischen Marine, Xavier Nyssen, der Nachrichtenagentur AFP.
Damit würden sich die Zahlungen ersten Schätzungen zufolge auf 800 Millionen bis eine Milliarde Dollar belaufen. Das Urteil lasse keinen Zweifel an "der Verantwortung von Thales" zu, fügte Nyssen hinzu.
Thales erklärte, das Unternehmen müsse ungefähr 630 Millionen Euro an die taiwanische Marine zahlen. Die Firma kündigte an, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen. Das Thales-Vorgängerunternehmen Thomson-CSF hatte laut einem Bericht der Zeitung "Le Figaro" 1991 unerlaubte Kommissionen an Vermittler gezahlt, um den Auftrag für die Lieferung von sechs Fregatten an Taiwan zu bekommen. 73 Prozent des 2,8 Milliarden Dollar schweren Auftrages übernahm der staatseigene französische Schiffbauer DCN.
Aus mehreren Quellen verlautete, der französische Staat solle daher auch 73 Prozent der nun verhängten Strafzahlungen übernehmen. Die französische Regierung und das DCN-Nachfolgeunternehmen DCNS wollten zunächst keine Stellungnahme dazu abgeben.
4. Mai 2010 - 07.43 Uhr
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