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Thailands König begnadigt zu Haftstrafe verurteilten Schweizer

AFP VOM 12.4.2007 | Nachrichten - International | 5448 Aufrufe
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Schweizer, Majestätsbeleidigung, Tailand

Ausweisung wegen Beleidigung von König Bhumibol

Ein in Thailand wegen Majestätsbeleidigung zu zehn Jahren Haft verurteilter Schweizer ist begnadigt worden. König Bhumibol Adulyadej habe Oliver Jufer vor einigen Tagen begnadigt, teilte Staatsanwalt Panu Kwanyuen am Donnerstag in der nordthailändischen Stadt Chiang Mai. Der 57-Jährige befinde sich auf freiem Fuß und werde aus Thailand ausgewiesen. Das Schweizer Außenministerium teilte mit, es bemühe sich um eine schnelle Rückführung des Mannes. Nach Angaben eines thailändischen Beamten sollte Jufer bereits am Freitagabend Thailand in Richtung Zürich verlassen.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wurde Jufer mit einer Polizeieskorte in die Hauptstadt Bangkok gebracht, wo er am Donnerstag Vertretern der Schweizer Botschaft übergeben wurde, wie ein Beamter der thailändischen Einwanderungsbehörde mitteilte. Jufer werde um 23.15 Uhr (Ortszeit, 18.15 Uhr MESZ) einen Direktflug nach Zürich nehmen. Der Sprecher des Schweizer Außenministeriums, Jean-Philippe Jeannerat, sagte, die Schweiz komme einer Bitte Thailands nach einer schnellen Rückführung des Mannes nach.

Der Schweizer hatte in Chiang Mai am 5. Dezember - dem königlichen Geburtstag - im Vollrausch mehrere Porträts des Monarchen mit schwarzer Farbe besprüht. Videokameras nahmen ihn dabei auf. Der seit mehreren Jahren in dem südostasiatischen Land lebende und mit einer Thailänderin verheiratete Mann wurde wegen fünf Fällen von Majestätsbeleidigung angeklagt und bekannte sich in allen Punkten der Anklage schuldig. Statt die Höchststrafe von 75 Jahren Haft zu verhängen, verurteilte das Gericht ihn am 29. März zu 20 Jahren Haft. Wegen Jufers Schuldeingeständnisses wurde die Strafe jedoch um die Hälfte reduziert. Die Schweiz hatte sich nicht um eine Freilassung bemüht und erklärt, Jufer sei aufgrund klarer Gesetze verurteilt worden.

Der 79-jährige König Bhumibol feierte im Juni vergangenen Jahres sein 60-jähriges Thronjubiläum - kein anderer Monarch weltweit ist schon so lange im Amt. Von vielen seiner Landsleute wird er aufrichtig verehrt. Noch heute tragen Millionen Thailänder montags ein gelbes T-Shirt. Gelb ist die Farbe der Monarchie, und Bhumibol wurde an einem Montag geboren.

Die Herabwürdigung des Monarchen wird in Thailand rigoros geahndet. Erst vergangene Woche hatte die Militärregierung das Internet-Portal YouTube blockieren lassen, weil dort ein Video zu sehen war, das den König und die Monarchie beleidigte. Aus Protest gegen diese Zensurmaßnahme gibt es auf dem Portal mittlerweile weitere Videos, in denen der König lächerlich gemacht wird.

Das Militär hatte im vergangenen September die demokratisch gewählte Regierung gestürzt und dies unter anderem damit begründet, dass der bis dahin amtierende Ministerpräsident Thaksin Shinawatra dem König nicht genügend Respekt entgegengebracht habe. Die Anklage gegen Thaksin wegen Majestätsbeleidigung wurde allerdings vor wenigen Tagen fallengelassen.

12. April 2007 - 13.28 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2007



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