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Tausende Anwälte in Tunesien legen aus Protest Arbeit nieder

Tausende Anwälte in Tunesien legen aus Protest Arbeit nieder

AFP VOM 6.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1621 Aufrufe
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Anwälte, Sicherheitskräfte, Tunesien

Juristen waren bei Solidaritätskundgebung attackiert worden

Tausende Anwälte haben in Tunesien am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt, um gegen das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte bei einer Solidaritätskundgebung von Juristen zu protestieren. Rund 95 Prozent der landesweit 8000 Anwälte hätten sich an dem Streik beteiligt, sagte der Präsident der nationalen Anwaltskammer, Abderrazak Kilani, der Nachrichtenagentur AFP. Aufrechterhalten wurde demnach lediglich ein Notdienst für besonders dringende Fälle. Der Streik sei sowohl in der Hauptstadt Tunis als auch in weiteren Städten ohne Zwischenfälle verlaufen.

Ende Dezember hatten sich Anwälte bei einer Kundgebung mit den Menschen der Stadt Sidi Bouzid solidarisch erklärt. Die Stadt war Ausgangspunkt heftiger Proteste gegen soziale Missstände in Tunesien, die Mitte Dezember begannen, nachdem sich ein 26-jähriger Tunesier selbst angezündet hatte. Die Anwaltskammer hatte nach der Kundgebung erklärt, es sei versucht worden, die Anwälte mit "nie dagewesener" Gewalt "zum Schweigen zu bringen". In zahlreichen Städten des Landes seien zudem Anwälte "geschlagen, gejagt und beleidigt" worden. Die Anwälte würden aber das Recht auf freie Meinungsäußerung weiter verteidigen und sich für das Recht der Menschen in Sidi Bouzid und in anderen Regionen auf Arbeit und Würde stark machen.

In den vergangenen Tagen waren immer wieder junge Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Arbeitslosigkeit und Preissteigerungen zu demonstrieren. Dabei lieferten sie sich teils gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden festgenommen. Der 26-jährige Tunesier, der sich in Sidi Bouzid angezündet hatte, erlag nach Angaben seiner Familie am Dienstag seinen Verletzungen.

06.01.2011 - 16:31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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