Tamilen klagen in USA auf Schadenersatz gegen Sri Lankas Präsidenten
AFP VOM 29.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1300 Aufrufe Mehr zum Thema:Präsident, Tamilen, Entschädigung
Kläger: Rajapakse für Tötung von Angehörigen verantwortlich
Mitglieder der tamilischen Minderheit in Sri Lanka haben in den USA Klage gegen den Präsidenten ihres Landes eingereicht. Die drei Kläger werfen Staatschef Mahinda Rajapakse vor, für die Tötung mehrerer Angehöriger verantwortlich zu sein, und fordern eine Entschädigung in Höhe von 30 Millionen Dollar (22 Millionen Euro). Ihr Anwalt hinterlegte die Klage am Freitag (Ortszeit) bei einem Bezirksgericht in Washington. Der Jurist beruft sich darin auf ein Gesetz, dass rechtliche Schritte gegen ausländische Regierungsvertreter in den USA ermöglicht, denen Folter und außergerichtliche Tötungen vorgeworfen werden.
Die Kläger haben den Angaben zufolge mehrere Angehörige bei drei verschiedenen Vorfällen verloren, unter anderem bei der Schlussoffensive der srilankischen Armee gegen die Tamilen-Rebellen, den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE). Mit dem Einsatz wurde im Mai 2009 ein fast vier Jahrzehnte langer Bürgerkrieg beendet, in dem die LTTE für einen eigenen Staat im Norden des Landes kämpfte. Laut UNO wurden allein in den letzten vier Monaten des Konflikts mindestens 7000 tamilische Zivilisten getötet. Internationale Menschenrechtsgruppen gehen jedoch von einer weitaus höheren Totenzahl aus. Sri Lanka selbst bestreitet den Tod von Zivilisten.
29.01.2011 - 04:01 Uhr


