Taiwans Regierungschef Wu Den-yih hat die umstrittene Hinrichtung von vier Gefangenen nach scharfer Kritik von Europäischer Union und Menschenrechtsorganisationen verteidigt. "Nicht alle demokratischen Länder haben die Todesstrafe abgeschafft", sagte Wu am Sonntag in Taipeh und verwies auf die USA und Japan. Taiwan habe sich um die Abschaffung der Todesstrafe bemüht, aber "jetzt ist nicht der richtige Moment", fügte er hinzu.
Wu führte mehrere Umfragen an, die zeigten, "dass mindestens 70 Prozent der Landsleute immer noch gegen die Abschaffung der Todesstrafe sind". Die schweren Verbrechen der vier Hingerichteten würden "nicht einmal von den Göttern toleriert".
Das taiwanische Justizministerium hatte am Freitagabend die ersten Hinrichtungen seit fünf Jahren auf der Insel bestätigt. Taiwanische Menschenrechtsgruppen verurteilten die Hinrichtungen und kündigten an, beim Verfassungsgericht gegen die Hinrichtung der insgesamt noch 40 zum Tode Verurteilten zu klagen. Auch EU-Außenministerin Catherine Ashton verurteilte die Hinrichtungen und forderte die Regierung Taiwans auf, das Todesstrafen-Moratorium umgehend wieder in Kraft zu setzen.
Staatlichen Medien zufolge hatte Taiwans Justizminister Tseng Yung-fu die Hinrichtungen am Mittwoch erlaubt. Tsengs Vorgängerin war vor knapp zwei Monaten zurückgetreten, nachdem sie angekündigt hatte, in ihrer Amtszeit keiner Vollstreckung von Todesurteilen zuzustimmen.
2. Mai 2010 - 10.40 Uhr
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