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Türkische Anklage fordert lebenslange Haft für deutschen Autor

AFP VOM 8.9.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1002 Aufrufe
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Akhanli, Schriftsteller

Staatsanwalt wirft Akhanli bewaffneten Umsturzversuch vor

Die türkische Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für den deutschen Autor Dogan Akhanli. In der Anklageschrift wird dem türkischstämmigen Schriftsteller nach Medienberichten vom Mittwoch ein bewaffneter Umsturzversuch zur Last gelegt, der nach dem türkischen Strafgesetzbuch mit einer lebenslangen Gefängnisstrafe geahndet wird. Akhanli selbst reagierte bestürzt. Die Kölner Organisation "Recherche International", bei der Akhanli mitarbeitet, sprach von einem "absurden Schauspiel". Wann der Prozess beginnen soll, steht noch nicht fest.

Akhanli soll im Oktober 1989 an einem bewaffneten Überfall auf eine Wechselstube in Istanbul beteiligt gewesen sein, bei der ein Mensch starb. Die Anklage wirft Akhanli vor, als Führungsmitglied einer linksextremen Terrorgruppe gehandelt zu haben und den Umsturz der verfassungsmäßigen Ordnung angestrebt zu haben. Der Autor, der seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland lebt, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und sich unter anderem in der für die Türkei sehr heiklen Armenierfrage engagiert, war Mitte August bei der Einreise in die Türkei verhaftet worden. Er weist die Vorwürfe der Anklage zurück.

Laut Akhanlis Anwalt Haydar Erol basiert die Anklage auf einer Aussage, die unter Folter erpresst wurde. Für Akhanli entlastende Zeugenaussagen seien von der Staatsanwaltschaft ignoriert worden. "Ich habe mit vielem gerechnet, bin aber davon ausgegangen, dass es Grenzen gibt", zitierte Erol seinen Mandanten. "Ich habe mich getäuscht."

8. September 2010 - 09.38 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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