Sudans Präsident Omar el Baschir macht sich durch die Ausweisung internationaler Hilfsorganisationen nach Ansicht mehrerer Staaten im UN-Sicherheitsrat erneut schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig. Baschir müsse für "jeden Toten" zur Verantwortung gezogen werden, sagte die US-Botschafterin Susan Rice am Freitag (Ortszeit) vor dem höchsten UN-Gremium. Die Ausweisung von 13 Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) sei "gefühllos" gegenüber der Bevölkerung. Die Regierung in Khartum hatte die Hilfsorganisationen ausgewiesen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag Anfang März einen Haftbefehl gegen Baschir erlassen hatte.
Auch der britische UN-Botschafter John Sawers sagte, die Regierung Sudans müsse für die "Leiden" zur Verantwortung gezogen werden, die sie ihrer Bevölkerung zufüge. Mit der Ausweisung der NGOs seien Gefahren für mehr als eine Million Menschen verbunden. Die UN-Organisation zur Koordinierung humanitärer Hilfen (OCHA) erklärte, es könne keinen Zweifel daran geben, dass die Hilfen in der sudanesischen Krisenregion Darfur und auch im Norden des Landes "ernsthaft beeinträchtigt" seien. Nach Angaben der UNO wurden im Darfur-Konflikt seit sechs Jahren 300.000 Menschen getötet und 2,7 Millionen vertrieben. Der IStGH erließ den Haftbefehl gegen Baschir wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.
21. März 2009 - 01.14 Uhr
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