Sudan weist nach Haftbefehl gegen Baschir Hilfsorganisationen aus
AFP VOM 5.3.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 7615 Aufrufe Mehr zum Thema:Bashir, Verfahren
Nach dem Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) gegen Präsident Omar el Baschir hat der Sudan offenbar umgehend angekündigt, mehrere Nichtregierungsorganisationen des Landes zu verweisen. "Sie haben uns aufgefordert, das Land binnen 24 Stunden zu verlassen", sagte der Leiter einer in der Krisenregion Darfur aktiven Hilfsorganisation AFP am Mittwoch. Die Anweisung sei fünf Minuten nach der Entscheidung des IStGH gekommen, sagte ein Vertreter einer anderen Organisation. Zuvor hatte die sudanesische Regierung bereits die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen angewiesen, Mitarbeiter aus Darfur abzuziehen.
Der IStGH wirft Baschir Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur vor. Es war das erste Mal, dass der Strafgerichtshof Haftbefehl gegen einen amtierenden Staatschef erließ.
Die EU forderte den Sudan auf, voll mit dem Gericht zusammenzuarbeiten und bekräftigte ihre Unterstützung für den IStGH. Die Arabische Liga zeigte sich dagegen "sehr beunruhigt" und bekundete Baschir ihre Solidarität, wie der Generalsekretär der Organisation, Amr Mussa, in Kairo erklärte. Der Haftbefehl lasse die Bemühungen der arabischen und afrikanischen Länder um Frieden und Gerechtigkeit außer Acht.
4. März 2009 - 20.40 Uhr
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