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Suche nach Islamistenführer Kaplan erfolglos

AFP VOM 26.5.2004 | Nachrichten - Nachrichten | 10721 Aufrufe
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Metin, Kaplan, Abschiebung

- Nach Verschwinden des 51-Jährigen heftige Kritik an Überwachungspraxis

Die Suche nach dem verschwundenen Islamistenführer Metin Kaplan ist bisher ergebnislos geblieben. Zugleich übten Politiker deutliche Kritik an der Überwachungspraxis der Behörden in Nordrhein-Westfalen. Bayerns Inneninister Günther Beckstein (CSU) äußerte sich erstaunt, dass der Aufenthaltsort Kaplans nach der gerichtlichen Aufhebung des Abschiebstopps am Mittwoch unbekannt gewesen sei.

Die Polizei in Köln hat bei der Suche nach Kaplan offenbar weiter keine heiße Spur. Die am Mittwoch eingeleitete Fahndung laufe unverändert weiter, sagte ein Polizeisprecher.

Unklar ist auch, ob die Niederlande in die Ermittlungen einbezogen wurden. Spekulationen zufolge könnte sich Kaplan in das Nachbarland abgesetzt haben. Aus den Niederlanden wurde nach früheren Angaben des Düsseldorfer Innenministeriums auch nach dem Verbot von Kaplans "Kalifatsstaat" in Deutschland eine Wochenzeitschrift des Verbandes versandt.

Polizei und Ordnungskräfte der Ausländerbehörde hatten Kaplan am Mittwochabend in Abschiebehaft nehmen wollen, den 51-Jährigen aber nicht in seiner Wohnung in Köln angetroffen. Kurz zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster eine Abschiebung des islamistischen Extremisten in die Türkei für zulässig erklärt.

Beckstein gab sich im ZDF mit Blick auf Kaplans Verschwinden "etwas verwundert, dass die Behörden überrascht sind". Beckstein kündigte ein Gespräch zu den Vorgängen in der Innenministerkonferenz an. Auch Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) sagte am einer Sitzung Unionsfraktion in Berlin: "Wir müssen wissen, dass Herr Kaplan zu den top-gefährlichen Islamisten in Deutschland gehört, und wir hätten ihn eigentlich rund um die Uhr im Auge behalten müssen."

Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz sagte im Inforadio des RBB: "Jetzt kommt endlich mal ein gutes Urteil - das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster ist ein insgesamt auch ordentlich begründetes Urteil - und jetzt ist der Mann verschwunden."

CDU und FDP im Düsseldorfer Landtag forderten Aufklärung von Innenminister Fritz Behrens (SPD). Kaplans Abtauchen sei eine "schwere Ermittlungspanne" und eine "schwere Blamage für den Innenminister", erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Theo Kruse.

Kein Abschiebestopp für Kaplan
- Website des Oberverwaltungsgerichts Münster

27. Mai 2004 - 13.02 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2004





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Seiten in diesem Artikel:
Seite 1: Suche nach Islamistenführer Kaplan erfolglos
Seite 2: Gesucht: Kaplan und Schuldige an seinem Verschwinden
Seite 3: Polizeigesetz von NRW verhinderte frühere Überwachung Kaplans
Seite 4: Schily: Weg frei für Rückführung von Kaplan
Seite 5: Abschiebestopp für Islamist Kaplan aufgehoben
Seite 6: Islamistenführer Kaplan beschäftigt deutsche Justiz seit Jahren
Seite 7: Kaplan-Anwältin stellt Antrag gegen Abschiebung
Seite 8: Zuwanderungskompromiss würde im Fall Kaplan wenig helfen

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