Studienplatz einklagen – eine sichere Sache?

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Jeder kennt das Thema oder hat zumindest schon einmal davon gehört. Regelmäßig, wenn es an die Berufswahl bzw. die Auswahl des Wunsch-Studiums geht, scheitern jährlich Tausende von Abiturienten bei einer Bewerbung um einen Studienplatz.

Die Kapazitäten der Universitäten sind begrenzt, die Fächer sind mit einem entsprechenden N.C. versehen etc., so dass für viele der Traum vom Wunschstudium geplatzt scheint.

Immer mehr in Mode gekommen ist das sogenannte Einklagen von Studienplätzen. Man bezahle einen Betrag X, verklage die Universität, und erhalte dafür den gewünschten Studienplatz, so die oft gehörte Theorie.

In der Praxis sieht das ganze ein wenig anders aus.

Soviel kann festgehalten werden: das Einklagen von Studienplätzen ist ein legitimer, und häufig auch erfolgreicher Weg, an den gewünschten Studienplatz zu kommen, obgleich man die grundsätzlichen Voraussetzungen wie den N.C. (gemessen an der Abiturnote) nicht erfüllt.
So ist es beispielsweise möglich, auch mit einem Abitur von 2,9 ein Studium der Humanmedizin aufzunehmen.

Der Numerus Clausus, der für viele Studienfächer gilt, stellt nämlich lediglich einen statistischen Wert dar, der darauf basiert, dass mehr Leute einen Studienplatz haben möchten als Studienplätze vorhanden sind. Die Folge ist eine Zulassungsbeschränkung dieser Fächer (etwa Human- und Zahnmedizin, Psychologie, Veterinärmedizin etc.).

Bei der Studienplatzklage handelt es sich zunächst nicht um eine Klage im eigentlichen Sinne, sondern um einen Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz, mit dem ein vorläufiger Studienplatz erstritten werden kann. Eine daneben stattfindendes Klageverfahren ist eher selten erforderlich, kann aber vorkommen.

Die Strategie ist dabei immer die gleiche: man wirft der jeweiligen Hochschule vor, ihre Kapazität (d.h. die Zahl an freien Studienplätzen) nicht richtig berechnet zu haben, so dass sich daraus noch weitere vorhandene Studienplätze ergeben, von denen man einen anstrebt.

Es gilt in der Folge, Fehler in der Kapazitätsberechnung der Hochschule, welche auf umfangreichen und komplizierten gesetzlichen Regelungen basiert, zu finden und aufzuzeigen.

Jedes Jahr wird eine Vielzahl von Studienplätzen auf diese Weise vergeben.
Zu den Erfolgsaussichten lässt sich aber nur sehr eingeschränkt Stellung nehmen, da dies maßgeblich von der Anzahl der Kläger pro Semester, der Berechnung der Hochschule und von der Anzahl der verklagten Universitäten abhängt.

Im Verhältnis zu den vergleichsweise langen und völlig unrealistischen Wartezeiten etwa bei ZVS-Fächern ist das Einklagen von Studienplätzen aber eine deutlich hervorzuhebende Alternative.

Trotzdem sind die Versprechungen vieler Anwaltskanzleien, die faktisch mit einem garantierten Studienplatz werben, in dieser Form nicht haltbar. Auch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der gerichtliche Weg auch mit Kosten verbunden ist, über die es vorher genau abzuwägen gilt.

Die genaue Vorgehensweise des Verfahrens ist kompliziert und bedarf einer umfangreichen Beratung, da es je nach Bundesland eine Menge Fristen und Formalien zu beachten gilt, verschiedene Überlegungen angestellt und rechtliche Schritte eingeleitet werden müssen, um nicht von vornherein vor Gericht zu unterliegen.

Sollten Sie sich für diese Art der „Studienplatzbeschaffung“ interessieren, beraten wir sie gerne persönlich über die individuellen Chancen und Möglichkeiten sowie den genauen Ablauf und geben vor allem eine realistische Einschätzung ab.

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