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Studie: EU erlässt deutschen Konzernen am meisten Kartellstrafen

AFP VOM 29.12.2009 | Nachrichten - Europarecht | 1515 Aufrufe
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Kartell

Unternehmen profitieren besonders stark von Kronzeugen-Regelung

Deutsche Konzerne haben laut einer Studie in den vergangenen Jahren beim Aufdecken von Kartellen am meisten von Straferlassen der EU profitiert. Zwischen Januar 2006 und Oktober 2009 hätten deutsche Unternehmen knapp 1,30 Milliarden Euro an Kronzeugen-Boni erhalten, berichtete das "Handelsblatt" vom Dienstag unter Berufung auf eine Studie der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal. Demgegenüber hätten verhängte Bußgelder von 2,58 Milliarden Euro gestanden. Unternehmen können als Kronzeuge Kartellstrafen vollkommen erlassen bekommen.

Das Kartell, gegen das in den vergangenen Jahren die höchsten Bußgelder verhängt worden seien, sei ein Zusammenschluss von Autoglas-Herstellern gewesen, berichtete das "Handelsblatt". Gegen die beteiligten Unternehmen sei ein Bußgeld von 1,38 Milliarden Euro verhängt worden. Ähnlich hoch seien die Strafen für ein deutsch-französisches Erdgas-Kartell mit insgesamt 1,11 Milliarden Euro sowie das Bußgeld von 1,06 Milliarden Euro nach einem Wettbewerbsverfahren der EU gegen den Computerchip-Hersteller Intel ausgefallen.

Intel musste der Studie zufolge als Einzelunternehmen bislang auch die höchste Kartellstrafe in der EU-Geschichte zahlen. Ähnlich hoch fiel die Strafe für den französischen Autoglas-Hersteller Saint-Gobain mit 1,03 Milliarden Euro aus. Der deutsche Energie-Konzern Eon und der französische Wettbewerber GDF Suez mussten je 553 Millionen Euro im Zuge ihres Gas-Kartellverfahrens zahlen.

29. Dezember 2009 - 13.57 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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