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Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn aus Polizeigewahrsam entlassen

AFP VOM 22.2.2012 | Nachrichten - Allgemein | 635 Aufrufe
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Strauss-Kahn, Zuhälterei, Sex-Parties

62-Jähriger bestreitet Kenntnis über Prostituierte

Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist nach zweitägigem Verhör zu seiner Teilnahme an Sex-Partys aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Der 62-Jährige verließ die Polizeikaserne im nordfranzösischen Lille am Abend, wie AFP-Journalisten berichteten. Allerdings soll später eine Vorladung vor die Untersuchungsrichter folgen, verlautete aus Ermittlerkreisen.

Der frühere Hoffnungsträger der Sozialisten war seit Dienstagmorgen von den Ermittlern zu Details der Sex-Partys in Luxushotels in Paris und Washington befragt worden. Dabei ging es um die Frage, ob der 62-Jährige wusste, dass es sich bei dazu eingeladenen Frauen um Prostituierte handelte. Außerdem versuchten die Ermittler herauszufinden, ob der frühere IWF-Chef sich über die Herkunft des Geldes im Klaren war, mit dem die Partys bezahlt wurden.

Ihr Mandant sei "völlig zufrieden, dass er angehört wurde", sagte Strauss-Kahns Anwältin Frédérique Baulieu. Das Verhör habe unter entspannten Bedingungen stattgefunden und Strauss-Kahn habe "völlig ruhig" geantwortet.

Konkret ermittelt die Justiz gegen "DSK" wegen möglicher Beteiligung an Zuhälterei, auf die bis zu 20 Jahre Haft stehen, und wegen Beihilfe zur Veruntreuung von Firmengeldern, für die dem Ex-IWF-Chef maximal fünf Jahre Haft drohen. Bei dem angekündigten Termin vor den Untersuchungsrichtern könnte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Es ist aber auch möglich, dass Strauss-Kahn dabei lediglich als Zeuge mit Rechtsbeistand - eine Art Zwitterstatus zwischen Verdächtigem und Beschuldigtem - auftritt.

"DSK" sagte nach Angaben aus Ermittlerkreisen, er habe sich nicht vorstellen können, das die Frauen Prostituierte gewesen seien, da sie ihm "von Polizeibeamten vorgestellt wurden". An den Sex-Partys hatte auch die Nummer zwei der Polizei für Nordfrankreich, Jean-Christophe Lagarde, teilgenommen. Die Polizeiaufsichtsbehörde befragte Strauss-Kahn auch genauer zu seinen Kontakten zu Lagarde, gegen den im Oktober ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden war.

Strauss-Kahn hatte im vergangenen Jahr wochenlang für Schlagzeilen gesorgt, nachdem er am 14. Mai am New Yorker Flughafen wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung eines Hotel-Zimmermädchens festgenommen worden war. Er verbrachte nach der Festnahme mehrere Nächte in einem New Yorker Gefängnis, bevor er unter strengen Auflagen in den Hausarrest entlassen wurde.

Ein Strafverfahren stellte die US-Justiz im August ein, da Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens aufgekommen waren, das "DSK" versuchte Vergewaltigung vorwarf. Ein zivilrechtliches Verfahren läuft aber noch. Im Zuge der Affäre musste Strauss-Kahn als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurücktreten.

22.02.2012 - 20:00 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2011

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