Straftaten gegen das Vermögen

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Diebstahl mit Waffen . .

§ 244 StGB [Diebstahl mit Waffen; Bandendiebstahl; Wohnungseinbruchdiebstahl]

(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer
  1. einen Diebstahl begeht, bei dem er oder ein anderer Beteiligter
    a) eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,
    b) sonst ein Werkzeug oder ein Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden,
  2. als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub oder Diebstahl verbunden hat, unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds stiehlt oder
  3. einen Diebstahl begeht, bei dem er zur Ausführung der Tat in eine Wohnung einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsgemäßen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in der Wohnung verborgen hält.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 sind die §§ 43a, 73d anzuwenden.

Dieser Tatbestand ist eine Qualifikation des Grundtatbestands Diebstahl. Die erhöhte Strafandrohung resultiert einmal aus der abstrakten Gefährlichkeit einer Waffe oder gefährlichen Werkzeugs bzw. auf der Verwendungsabsicht eines sonstigen Werkzeugs, zum anderen aus der organisierten Kriminalität in Nr. 2 oder einem Einbruchdiebstahl in Nr. 3.

Waffe ist eine Waffe im technischen Sinne: der Gegenstand ist objektiv dazu beschaffen oder bestimmt, durch seinen natürlichen Gebrauch Menschen zu verletzen oder zu töten. Beispiele sind Pistole, Messer, Schlagringe, Schlagstöcke etc.

Ein gefährliches Werkzeug dagegen ist ein Gegenstand, der seiner allgemeinen Beschaffenheit nach und der Art der Verwendung im konkreten Fall geeignet sein kann, jemanden zu verletzen/ zu töten. So z.B. ein Baseballschläger, spitze Gegenstände, Säuren etc.

Interessant an diesem Delikt ist, dass man eine Waffe oder ein gefährliches Werkzeug nur bei sich führen muss - dies reicht völlig aus, um wegen eines Diebstahls mit Waffen bestraft zu werden. Man muss die Waffe nicht gebrauchen oder überhaupt in die Hand nehmen. Es reicht schon aus, wenn man nur ein Schweizer Taschenmesser in der Hosentasche hat! Dies ist auch völlig einleuchtend, denn bestraft wird die abstrakte Gefährlichkeit einer Waffe - die erhöhte kriminelle Energie des Täters und die Gefährlichkeit für Menschen, die die Tat stören könnten.

Ein sonstiges Werkzeug oder Mittel ist ein Gegenstand, der sich zwar zur Gewaltanwendung eignet, aber bei normaler Betrachtung als ungefährlich bezeichnet werden kann. So z.B. ein Seil, ein Kabel etc.

Scheinwaffen (täuschend echt aussehende Spielzeugpistolen oder Vergleichbares) fallen unter Nr. 1b.

Eine Bande ist eine Verbindung einer Mehrzahl von Personen, die sich, nicht nur für eine Tat, für gewisse Dauer zusammengeschlossen haben. Zwei Personen reichen aus.
ACHTUNG: Die eben genannte Definition entspricht nicht mehr der BGH-Rechtsprechung: Der Große Senat des Bundesgerichtshofs hat seine Rechtsprechung bezüglich Banden geändert. Eine Bande ist nunmehr eine Gruppe von mindestens drei Personen, die Anwesenheit von nur einem Täter am Tatort reicht aus. Mehr erfahren Sie hier .

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Straftaten gegen das Vermögen - Worum es geht
Seite  2:  Der Diebstahl
Seite  3:  Die Unterschlagung
Seite  4:  Der einfache Diebstahl - Die einfache Unterschlagung
Seite  5:  Der besonders schwere Diebstahl
Seite  6:  Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl und Wohnungseinbruchdiebstahl
Seite  7:  Die Sachbeschädigung
Seite  8:  Der Betrug
Seite  9:  Der Subventionsbetrug
Seite  10:  Der Versicherungsmissbrauch
Seite  11:  Das Erschleichen von Leistungen
Seite  12:  Die Veruntreuung
Seite  13:  Der Raub
Seite  14:  Die Erpressung
Seite  15:  Der Kapitalanlagebetrug
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