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Strafnachlass für Exxon wegen "Exxon Valdez"-Unglück

AFP VOM 23.12.2006 | Nachrichten - International | 2140 Aufrufe
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Exxon

Ölkonzern muss zwei Milliarden Dollar weniger zahlen

Der Ölkonzern ExxonMobil muss weniger Strafe für die folgenschwerste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten zahlen. Ein Berufungsgericht in San Francisco senkte die Entschädigungssumme um zwei Milliarden US-Dollar auf 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro). Es begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass sich das Unternehmen nach dem Unglück des Tankers "Exxon Valdez" 1989 rasch um eine Säuberung der ölverschmutzten Küste in der Bucht Prince William Sound in Alaska bemüht habe.

Den Antrag des Konzerns, die Strafe auf 25 Millionen US-Dollar zu begrenzen, wiesen die Richter zurück. ExxonMobil hatte argumentiert, bereits mehrere Milliarden Dollar für die Säuberung des Meeres von der Ölpest bezahlt zu haben. Zudem sei die Havarie der "Exxon Valdez" "ein tragischer Unfall" gewesen und dürfe nicht als absichtliche Umweltverschmutzung behandelt werden

Die US-Umweltorganisation PIRG bezeichnete das Urteil als "Skandal". "ExxonMobil hat ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk erhalten", erklärten die Umweltschützer. "Der rentabelsten Ölfirma der Welt wird ein Teil der Strafe erlassen für die schlimmste Ölpest weltweit." ExxonMobil hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Rekord-Nettogewinn von 29,2 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 287,6 Milliarden Dollar erzielt.

Der Tanker "Exxon Valdez" hatte im März 1989 ein Riff vor der Südküste Alaskas gerammt; rund 50.000 Tonnen Öl verseuchten die Küste auf fast 2000 Kilometern Länge. ExxonMobil war 1994 zu fünf Milliarden Dollar Schadenersatz verurteilt worden. Nach einem Einspruch senkte ein Gericht in Alaska im Dezember 2002 die Schadenersatzsumme um eine Milliarde auf vier Milliarden Dollar, wogegen der Konzern erneut in Berufung ging. Daraufhin wurde die Summe im vergangenen Jahr wieder auf 4,5 Milliarden Dollar erhöht.

23. Dezember 2006 - 10.11 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2006


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