Strafgericht: In Libyen festgesetzte Mitarbeiter wohlauf
AFP VOM 15.6.2012 | Nachrichten - Allgemein | 729 Aufrufe Mehr zum Thema:Spionage, Gaddafi-Sohn, Mitarbeiter
Treffen mit Vertretern des Haager Gerichts in Sintan
Die in Libyen unter Spionageverdacht festgenommenen Mitarbeiter des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) sind nach Angaben des Gerichts wohlauf. Die vier Mitarbeiter seien "bei guter Gesundheit" und würden "gut behandelt", teilte der IStGH in Den Haag mit. Dies hätten die Festgenommenen während eines kurzen Treffens mit einer Delegation des Strafgerichtshofs in der libyschen Stadt Sintan berichtet. Dort waren die IStGH-Mitarbeiter in der vergangenen Woche festgenommen worden.
Zu den Festgenommenen gehört neben drei IStGH-Mitarbeitern aus dem Libanon, Russland und Spanien auch die australische Anwältin Melinda Taylor. Die libyschen Behörden werfen ihr Spionage und "Kommunikation mit dem Feind" vor. Taylor unterstützt den Sohn des libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi, Seif al-Islam, bei der Auswahl eines Pflichtverteidigers.
Bei einem Treffen mit dem inhaftierten Gaddafi-Sohn soll Taylor einen Stift mit einer integrierten Kamera und einen verschlüsselten Brief von al-Islams früherem Vertrauten Mohammed Ismail dabei gehabt haben. Ismail ist einer der meistgesuchten Männer Libyens.
Libyen und der Internationale Strafgerichtshof streiten seit Monaten über die Frage, wo Seif al-Islam vor Gericht gestellt werden soll. Gegen al-Islam liegt ein Haftbefehl des internationalen Gerichts wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des blutigen Bürgerkriegs vor dem Sturz seines Vaters vor. Die libysche Regierung will al-Islam, der lange als möglicher Nachfolger seines Vaters galt, dagegen selbst den Prozess machen.
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