Steuergewerkschaft: 90 Prozent der Hinterzieher sind noch unentdeckt
AFP VOM 9.2.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1064 Aufrufe Mehr zum Thema:Steuersünder, Steuerhinterziehung
Schweizer Banken verschärfen Sicherheitsregeln
Auch nach dem Auftauchen von Daten-CDs mit Informationen über deutsche Steuersünder in der Schweiz bleiben die meisten Fälle von Hinterziehung unentdeckt. "Es geht bei den aktuellen Fällen gerade einmal um zehn Prozent der Gelder, die in der Schweiz versteckt sind", sagte der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek, dem "Tagesspiegel" vom Dienstag. 90 Prozent der Steuerhinterzieher, die ihr Geld vor dem deutschen Fiskus im Ausland versteckten, seien noch immer nicht bekannt.
Nach Informationen Ondraceks liegt das Geld der deutschen Steuerhinterzieher vor allem in der Schweiz, in Österreich und in Luxemburg. Exotische Länder wie die Cayman-Inseln spielten dagegen keine große Rolle, sagte er Zeitung. Ondracek rechnet dem Bericht zufolge nicht damit, dass die jüngsten Fälle von Datenhandel Schule machen und Nachahmer finden werden. Die Schweizer Banken hätten ihre Sicherheitsregeln massiv verschärft, sagte der Verbandschef.
Am Wochenende war bekannt geworden, dass nach Nordrhein-Westfalen auch Baden-Württemberg und Bayern CDs mit möglicherweise gestohlenen Informationen über deutsche Steuerflüchtlinge zum Kauf angeboten wurden. Die Bundesregierung hatte sich nach Auftauchen der ersten CD für einen Ankauf ausgesprochen, die Entscheidung liegt jedoch zunächst bei den Ländern.
9. Februar 2010 - 13.36 Uhr
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