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Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Kardinal Meisner ein - 1/1
AFP vom 03.02.2004   |   3951 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - Allgemein

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Kardinal Meisner ein

- Rede in Budapest `strafrechtlich nicht zu beanstanden`

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den Kölner Kardinal Joachim Meisner eingestellt. Zur Begründung teilte die Behörde am Dienstag mit, entgegen anderslautenden Presseberichten habe Meisner in einem Referat in der ungarischen Hauptstadt Budapest Homosexuelle nicht als "Gifte" bezeichnet, die der europäische Mensch "ausschwitzen" müsse. Der Kölner Erzbischof war wegen dieser angeblichen Äußerungen von mehreren Privatpersonen und Verbänden unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung angezeigt worden.

Dagegen befand die Staatsanwaltschaft nach Auswertung des Redemanuskripts und zweier Zeugenaussagen, Meisner habe sich in dem Vortrag zum Thema "Europa und seine Lebenswerte" am 24. Oktober 2003 "lediglich mit dem Phänomen der Homosexualität als solchem in der heutigen Zeit auseinandergesetzt". Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Rede des Kardinals "in keinem Punkt den Tatbestand der Volksverhetzung oder der Beleidigung" erfüllt habe. Meisners Referat sei daher "unter dem Gesichtspunkt der freien Meinungsäußerung strafrechtlich nicht zu beanstanden".

3. Februar 2004 - 15.48 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2004



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