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Staatsanwaltschaft stellt Ermittlung zu Kaprun-Unglück ein

AFP VOM 25.9.2007 | Nachrichten - Nachrichten | 1470 Aufrufe
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Heizlüfter von Firma Fakir war ohne Produktionsfehler

Knapp sieben Jahre nach der Brandkatastrophe in der Kapruner Gletscherbahn hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn das Ermittlungsverfahren gegen den Heizlüfter-Hersteller Fakir eingestellt. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Vaihingen trage keine Schuld an dem Feuer, teilte die Behörde unter Berufung auf ein umfangreiches Gutachten mit. Danach hatten die entgegen den Vorschriften in die Gletscherbahn eingebauten Heizlüfter weder Konstruktions- noch Produktionsfehler. Das Ermittlungsverfahren gegen Fakir war nach einer Anzeige der österreichischen Bahnbetreiber 2005 eingeleitet worden.

Bei dem verheerenden Brand, der vermutlich von einem der Heizlüfter ausgelöst worden war, wurden im November 2000 insgesamt 155 Menschen getötet, unter ihnen 37 Deutsche. Laut dem Gutachten der Staatsanwaltschaft entsprach das Heizlüftermodell "Hobby TLB" dem damaligen Stand der Technik. Referenzgeräte waren vom Verband deutscher Elektrotechniker (VDE) überprüft und freigegeben worden. Zudem habe das Kunststoffgehäuse entgegen den Vorwürfen der Bahnbetreiber besonders gute Flammschutzeigenschaften aufgewiesen.

Allerdings sei das Haushaltsgerät in den Zügen eingebaut worden, obwohl die Heizlüfter laut Gebrauchsanweisung ausdrücklich nicht in Fahrzeugen betrieben werden durften. Weil für den Einbau das Gehäuse geöffnet worden war, habe womöglich Hydrauliköl aus einer lecken Leitung auf die Heizspiralen tropfen und sich entzünden können. Laut Staatsanwaltschaft haben Techniker des baden-württembergischen Landeskriminalamts in dem nicht verbrannten Schwesterzug der Gletscherbahn chemische Spuren von Hydrauliköl in dem dortigen Heizlüfter nachweisen können.

Im September 2005 hatte das Oberlandesgericht Linz bereits alle angeklagten Bahnmitarbeiter und Behördenvertreter in einem Berufungsverfahren freigesprochen. Damit gibt es für die schlimmste Brandkatastrophe der österreichischen Nachkriegsgeschichte juristisch gesehen keinen Schuldigen.

25. September 2007 - 15.33 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2007


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