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Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Flugchaos in Moskau

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Flugchaos in Moskau

AFP VOM 28.12.2010 | Nachrichten - Allgemein | 1314 Aufrufe
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Flugchaos

Wütende Passagiere an Flughäfen der russischen Hauptstadt

Wegen massiver wetterbedingter Verspätungen an den Moskauer Flughäfen in den vergangenen Tagen hat die russische Justiz Ermittlungen eingeleitet. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag in einer Erklärung mitteilte, soll auf den Flughäfen Scheremetjewo und Domodedowo untersucht werden, was die Ursachen für die Verzögerungen waren. Es gehe darum, die Rechte der Passagiere zu schützen, sagte Staatsanwalt Jewgeni Pospelow der Nachrichtenagentur Interfax. Eisregen und Stromausfälle führten seit Samstag zu mehr als 200 Verspätungen oder Flugausfällen an den beiden internationalen Flughäfen der russischen Hauptstadt.

Einige Reisende warteten seit zwei oder drei Tagen auf ihren Abflug. Viele zeigten sich entrüstet über den Umgang mit den gestrandeten Passagieren, die kaum Informationen erhielten. Auf dem Flughafen Domodedowo herrschte laut einer von Interfax zitierten Flugreisenden zudem eine schlechte Belüftung, zeitweise gab es auf den Toiletten kein Wasser. Auch Stromausfälle machten den Wartenden zu schaffen.

Am Dienstag gab es wieder Strom in Domodedowo. "Man kann jetzt von einer vollständigen Normalisierung in den Passagierbereichen sprechen", sagte Flughafensprecherin Elena Galanowa dem Radiosender Moskauer Echo. Alle verspäteten Flüge sollten bis Dienstagnachmittag starten. Allerdings gab es laut einem Gewerkschaftsvertreter Piloten, die sich weigerten abzufliegen, weil sie durch die Wartezeit auf dem Flughafen bereits beinahe die zulässige tägliche Arbeitszeit von zwölf Stunden erreicht hatten.

Darüberhinaus empfahl der russische Verkehrsminister Igor Lewitin den Flughafenverwaltungen, alle Flüge von Moskau nach St. Petersburg zu streichen. "Wir denken, die Leute können stattdessen mit dem Zug befördert werden", sagte er der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

An den Einstiegsbereichen kam es zu Prügeleien zwischen Passagieren, die sich um einen Platz im Flugzeug stritten, wie die russische Presse berichtete. So machten laut Interfax am Dienstagmorgen Passagiere in Scheremetjewo ihrer Wut bei einer Rauferei Luft - ihr Flug war zum wiederholten Mal verschoben worden.

Ein auf dem Internetportal Youtube veröffentlichtes Video zeigte eine Protest-Szene auf dem Flughafen Scheremetjewo. Darin sind hunderte Passagiere zu sehen, die im Boardingbereich auf dem Fußboden sitzen und "Schämt Euch" rufen. Anwesende Sicherheitskräfte schreiten nicht ein.

28.12.2010 - 14:31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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