Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Dresdner Richter ein
AFP VOM 30.12.2009 | Nachrichten - Allgemein | 2263 Aufrufe Mehr zum Thema:Mord, Dresden, El-Sherbin
Behörde sieht keine Pflichtverletzung wegen Mordes im Gericht
Die Staatsanwaltschaft Dresden hat die nach dem Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini gegen den Landgerichtspräsidenten eingeleiteten Ermittlungen eingestellt. Der Behördenleiter sei nicht zur Anordnung besonderer Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet gewesen, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Dresden. Denn eine Gefährdung von Verfahrensbeteiligten sei nicht einmal ansatzweise erkennbar gewesen. Auch dem Vorsitzenden Richter in dem Prozess sei kein pflichtwidriges Verhalten vorzuwerfen.
Der Ehemann der im Gerichtssaal ermordeten El-Sherbini hatte gegen den Gerichtspräsidenten und den Vorsitzenden Richter Anzeige wegen fahrlässiger Tötung erstattet. Die 31-jährige Marwa El-Sherbini war am 1. Juli während einer Verhandlung im Dresdner Landgericht erstochen worden. Der zur Tatzeit 28-jährige Alex W. hatte die Tatwaffe versteckt in seinem Rucksack mit in den Gerichtssaal genommen. Er wurde im Herbst zu lebenslanger Haft verurteilt.
Der Mord an der Ausländerin hatte international für Aufsehen gesorgt. Als Konsequenz aus der Tat hat das sächsische Justizministerium inzwischen schärfere Sicherheitsvorkehrungen an allen Justizgebäuden in Sachsen angekündigt.
30. Dezember 2009 - 16.50 Uhr
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