Staatsanwaltschaft erhebt Anklage nach tödlichem Torfkahn-Unfall
AFP VOM 22.7.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1654 Aufrufe Mehr zum Thema:Schiffsunfall
Passagierin war bei Kentern nahe Worpswede ertrunken
Fast ein Jahr nach einem tödlichen Schiffsunfall nahe Worpswede hat die Staatsanwaltschaft Bremen Anklage gegen Skipper und Eigentümer des gekenterten Ausflugskahns erhoben. Den beiden Senioren sowie zwei Boots- und Schiffsbauern werde fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung zur Last gelegt, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Bei dem Torfkahn-Ausflug einer Reisegruppe aus Bad Segeberg auf der Hamme war im August 2008 eine 70-Jährige ertrunken. Zwölf weitere Frauen wurden verletzt.
Das Amtsgericht Bremen bestätigte den Eingang der Anklage, ein Prozesstermin stehe aber noch nicht fest. Laut Staatsanwaltschaft war der hölzerne, vom Eigentümer gemeinsam mit den zwei Handwerkern selbstgebaute Kahn "für den Transport von Personen ungeeignet". Das Boot sei zu schmal gewesen und habe daher nicht stabil im Wasser gelegen. Der 74-jährige Eigentümer und die beiden 37 und 42 Jahre alten Boots- und Schiffsbauer hätten den Kahn "nicht ausreichend schwimmfähig und kentersicher gebaut".
Der 80-jährige Schiffsführer wiederum habe dies auch nicht überprüft und sei an jenem Tag trotz Überladung des Boots zu der Ausflugstour gestartet. So habe der Torfkahn ohnehin schon zu tief im Wasser gelegen. Zudem habe der damals 79-Jährige zu viel Gas gegeben, was ein Absenken des Hecks begünstigt und dazu geführt habe, dass Wasser in den Torfkahn schwappte. Der Skipper habe es auch versäumt, die insgesamt 18 Passagiere für eventuelle Notfälle einzuweisen, so dass diese beim Kentern des Torfkahns nicht an die - ohnehin nicht ausreichend vorhandenen - Rettungskissen gelangt seien.
22. Juli 2009 - 13.01 Uhr
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