>Staatlich zugelassene Zuhälterei?
Wurde aber jetzt arg aus dem Zusammenhang gerissen..
Razzien kennen wir. In unserem Haus gab es in den letzten 14 Jahren gerade mal eine Handvoll, und das war wenig beeindruckend, da ergebnislos.
Was wird also passieren? Die Steuerbehörde schickt ein paar Leute, die den Frauen Formulare zum unterschreiben hin halten (erst vor ein paar Tagen in einem anderen Haus passiert). Die Frauen mussten nicht unterschreiben, taten es auch nicht, bis auf ein paar Bulgarinen, die es nicht lesen konnten und das vor Angst, weil ihnen gedroht wurde. Für diese Art und Weise gab es früher Knast, aber nun scheint es wohl legal zu sein. Genau diese Frauen sind gleich am nächsten Tag ausgezogen und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nirgends mehr auftauchen bzw. wird es nicht nachzuvollziehen sein wo sie jetzt arbeiten.
Also kommt die Steuer zu uns ins Haus und geht auf die Frauen zu. Die zucken mit den Schultern, weil sie nix oder wenig verstehen. Danach wird ihnen zu verstehen gegeben, dass sie 25,- EUR zahlen sollen. Daraufhin bekommt die Steuer die Antwort, die wir jeden Tag zu hören bekommen: Hab heute noch nichts verdient und kein Geld. Beim nächsten Mal sind die Türen verschlossen, und da wir einen Hausdurchsuchungsbefehl sehen wollen/müssen können wir auf Anfrage/Aufforderung keine Zimmer einfach aufschließen. Jeden Tag eine Razzia mit Hausdurchsuchung pro Haus wäre sicher ein Fressen für die Presse, und dass diese Aktionen öffentlich gemacht werden ist so sicher wie das Amen in der Kirche...
Tja, und nun meine Frage... Wie oft will sich das die Steuerbehörde antun? Gar nicht, und deswegen soll es unsere Aufgabe werden.
Und mal was anderes.. Was passiert, wenn wir einen bürokratischen Fehler machen? Dafür werden wir doch haftbar gemacht! Und was passiert, wenn wir über Wochen und Monate dieses einkassierte Geld bei uns aufbewahren und in unser Büro eingebrochen wird? Das Geld wäre dann weg, und wer soll dafür haften? Wir doch wahrscheinlich, nicht wahr?! Klar, ist theoretisch und eher unwahrscheinlich, aber möglich wäre es dennoch! Und was ist, wenn eine Frau gerade mal nur ihre Miete zahlen kann und mehr nicht? Die haben bereits Mietschulden, und dann schulden sie zusätzlich...
Alles total schlecht durchdacht! Dann diese Pauschalisierung!!! Es gibt Frauen, die nur ein paar Stunden am Tag arbeiten, am Abend zu Hause bei ihren Familien sind, oder sie arbeiten nur am WE. Andere Frauen arbeiten Tag und Abend, verdienen also in der Regel mehr, aber 25,- EUR am Tag sollen alle zahlen. Es soll eine Steuervorauszahlung sein... Sehr schön, und wie soll am Ende fest gestellt werden, ob die Frauen Steuern zurück erstattet bekommen?
Ich bleibe dabei, dass den Frauen in irgendeiner Art und Weise steuerlich ausgeholfen werden sollte, und zwar von Leuten vom Fach! Das wäre meiner Meinung nach nur möglich, wenn sie sich Steuerberater nehmen. Da würden wir sie auch unterstützen bzw. mit ihnen eine Möglichkeit finden, da so etwas von keinem kostenlos gemacht wird.
Gerne möchte ich nochmals betonen, dass ich nicht dagegen bin, wenn Prostituirte nun Steuern zu zahlen haben, so wie alle anderen auch. Sie wollten, dass dieses Gewerbe anerkannt wird, also ist dies eben der Preis. Ich bin nur strikt dagegen, dass die Bordellbetreiber als Steuereintreiber für den Staat dienen sollen!
Man darf hierbei auch nicht vergessen, dass es sich um zum Teil große Laufhäuser handelt, mit vielen Zimmern, und nicht um kleine Klitschen mit ca. 7 Zimmern. Wenn ich ein paar Zimmerchen habe kann ich mir das vielleicht noch gefallen lassen, aber in den Frankfurter Laufhäusern ist der Aufwand wesentlich größer, zumal es viele Frauen gibt, die heute einziehen und morgen bereits wieder ausgezogen sind, in einem anderen Haus ein Zimmer mieten. Oder sie verschwinden ein paar Tage, Wochen oder Monate in eine Privatwohnung... Sie arbeiten dort auch, aber 25,- EUR am Tag zahlen sie da mit Sicherheit nicht!
Sehr gespannt bin ich wie es beim Strassenstrich aussehen wird... Auch diese Damen sollen 25,- EUR zahlen. Klar verdienen die, aber die Realität sieht so aus, dass sie sich eher die Hände abhacken, bevor sie das Geld der Steuerbehörde übergeben, weil sie sich dafür lieber Stoff besorgen! Von Containern ist die Rede... Dort sollen die Strassenmädels eingesammelt und registriert werden... Das erinnert mich an eine Zeit, in der ich zum Glück noch lange nicht von meinen Eltern geplant war!
von Dinsche am 18.10.2008 02:56
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