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Srebrenica-Opfer gegen deutschen Richter in Den Haag

Srebrenica-Opfer gegen deutschen Richter in Den Haag

AFP VOM 31.5.2011 | Nachrichten - Allgemein | 542 Aufrufe
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Richter, Mladic, Völkermord, Kriegsverbrecher

Mladic besucht unter Polizeischutz Grab seiner Tochter

Das Schreiben an das Haager Tribunal wurde von Aktivisten dreier maßgeblicher Opferorganisationen unterzeichnet. Sie vertreten ehemalige Kriegsgefangene sowie Ehefrauen und Mütter von Opfern des Massakers. Ihre Kritik richtet sich gegen Äußerungen Flügges in einem Interview mit dem Magazin "Spiegel" aus dem Jahr 2009. Darin wird er auf die unter Experten umstrittene Einstufung des Massakers von Srebrenica als Völkermord angesprochen. Flügge entgegnet darauf: "Ich möchte auf diesen konkreten Fall nicht eingehen, aber allgemein frage ich mich, ob man eigentlich den Begriff des Völkermords, des Genozids, für die Kennzeichnung solcher Verbrechen wirklich braucht."

Das UN-Tribunal, welches das Massaker von Srebrenica offiziell als Völkermord einstuft, wies die Anschuldigung der Opferorganisationen zurück. Der Inhalt des Interview sei auf eklatante Weise "verdreht" worden, sagte eine Sprecherin des Gerichts.

Mladic besuchte am frühen Morgen in Belgrad das Grab seiner Tochter Ana. Mladic sei unter Polizeischutz zum Friedhof Topcidersko in der serbischen Hauptstadt und anschließend wieder in seine Zelle gebracht worden, sagte der Sprecher der serbischen Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen, Bruno Vekaric. Wie eine AFP-Journalistin beobachtete, verließ gegen 06.00 Uhr morgens ein Landrover gefolgt von zwei Polizeijeeps das serbische Sondergericht für Kriegsverbrechen, wo Mladic derzeit inhaftiert ist.

Mladics Tochter hatte sich 1994 im Alter von 23 Jahren das Leben genommen. Mladics Anwalt Milos Saljic hatte am Sonntag erklärt, sein Mandant bestehe darauf, vor seiner Überstellung nach Den Haag das Grab seiner Tochter zu besuchen.

31.05.2011 - 09:31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010



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