Das Original seit 2000:
Erste Hilfe in Rechtsfragen.
340828
zufriedene Nutzer
Sie sind hier:  www.123recht.net » Nachrichten » Allgemein » 

"Spiegel": Deutschland steht vor Aufnahme von Guantanamo-Insassen

AFP VOM 27.3.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 740 Aufrufe
Mehr zum Thema:

Aufnahme, Guantanamo-Häftlinge

Delegation befragte Häftlinge vor Ort

Deutschland wird voraussichtlich doch Häftlinge aus dem Gefangenenlager Guantanamo aufnehmen. Vergangene Woche habe eine deutsche Delegation in dem US-Militärgefängnis mehrere Gespräche mit Insassen geführt, die für eine Aufnahme in Frage kämen, berichtete das Magazin "Spiegel" am Samstag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Dem Bundesinnenministerium liege eine Liste aus Washington vor, die der US-Sondergesandte Daniel Fried Ende vergangenen Jahres in Berlin übergeben hatte. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte auf Anfrage die erneuten Gespräche mit den USA zu dieser Frage. Dabei gehe es "um einzelfallbezogene Prüfungen".

Dem Bericht des "Spiegels" zufolge verhandelten der US-Sondergesandte und das Berliner Innenministerium in monatelangen Geheimgesprächen über die Modalitäten der Aufnahme von Gefangenen. Zu den möglichen Kandidaten, die Deutschland aufnehmen könnte, gehören demnach ein Palästinenser aus dem Westjordanland, der einer konservativen Predigervereinigung angehört, ein Jordanier, der im Sommer 2001 nach Afghanistan gereist war, sowie ein Syrer, der Ende 2001 in einem Krankenhaus in Kabul behandelt wurde und kurz danach festgenommen wurde. Alle Gefangenen seien von der US-Regierung zur Freilassung vorgesehen.

Die Delegation aus Berlin, der Beamte des Innenministeriums, des Bundeskriminalamts und des Bundesamts für Migration angehörten, habe nach den Gesprächen in Guantanamo eine Risikoprognose erstellt, berichtete der "Spiegel" weiter. Auf dieser Grundlage wolle Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) entscheiden.

Der Sprecher des Innenministeriums erklärte, die Bundesregierung bleibe bei ihrer Haltung, die Vereinigten Staaten bei ihren Bemühungen zur Auflösung Guantanamos zu unterstützen. Die Gespräche mit den USA seien mit dem Kanzleramt und dem Auswärtigen Amt abgestimmt. Im vergangenen Jahr hatte Deutschland - auch aus Rücksicht auf China - eine Aufnahme von in Guantanamo einsitzenden Uiguren abgelehnt.

27. März 2010 - 16.33 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


123recht.net ist Rechtspartner von:

340828
registrierte
Nutzer

durchschnittl. Bewertung

97934
beantwortete Fragen
10
Anwälte jetzt
online
Rechtsanwältin
Julia Cordemann
Frankfurt am Main
Gewerblicher Rechtsschutz, Markenrecht, Medienrecht, Wettbewerbsrecht, Urheberrecht
Quickie!
Ihre Meinung zählt.
Eine 50-Stunden-Woche ist bei Niedriglöhnern wie in den Chefetagen keine Seltenheit. Kennt Ihr das? Wie viele Stunden arbeitet Ihr ca. pro Woche?