Sonne, Strand und Ungeziefer

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Kündigung der Reise bei Terrorangst

Die Sicherheitslage in einem Land stellt keinen Mangel dar: Anders als die Minderung bei Mängeln kann die politische Situation in einem Land unter Umständen aber zu einer Kündigung berechtigen. Die Gefahr von Terroranschlägen allerdings berechtigt nicht ohne Weiteres zur Kündigung des Reisevertrages.
So wollte ein Tourist seine Reise nach Sri Lanka wegen drohender Bombenexplosionen nicht antreten und auch die Stornopauschale nicht bezahlen. Angesichts der seit Jahren andauerden kriegerischen Auseinandersetzungen in Sri Lanka habe man nach Auffassung des mit diesem Fall befassten Amtsgerichts Heidelberg immer auch damit rechnen müssen, dass auch andere Landesteile in Mitleidenschaft gezogen würden.
Terroristische Anschläge seien keine höhere Gewalt im Sinne des § 651 j BGB. Nur wenn Anschläge zu flächendeckenden und unkontrollierbaren inneren Unruhen mit bürgerkriegsähnlichen Charakter führten, gelte dies als höhere Gewalt, die eine Kündigung rechtfertige, so das Gericht (AG Heidelberg Az 22 C 192/97). Der Kläger musste die Stornopauschale zahlen.

Karin Godbeck rät in diesem Zusammenhang, unbedingt die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu beachten. „Spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für ein bestimmtes Land aus, handelt es sich um höhere Gewalt.“ Die Juristin empfiehlt Urlaubern bei Terrorangst, einfach den Reiseveranstalter anzusprechen. „Große Veranstalter zeigen sich bei diesem Thema meist kulant und bieten eine Umbuchung an.“

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Seite  1:  Sonne, Strand und Ungeziefer
Seite  2:  Wann kann der Reisepreis gemindert werden?
Seite  3:  Beispiele aus der Rechtsprechung
Seite  4:  Kündigung der Reise bei Terrorangst
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