Soldaten in Bundeswehrkaserne in Westfalen misshandelt
AFP VOM 26.3.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 770 Aufrufe Mehr zum Thema:Bundeswehr, Misshandlung
Drei Wehrpflichtige monatelang drangsaliert
In einer Bundeswehrkaserne im westfälischen Augustdorf sind drei Wehrpflichtige monatelang von Kameraden misshandelt worden. Wie ein Bundeswehrsprecher sagte, erhärtete sich der Verdacht gegen sieben Zeitsoldaten der Panzerdivision 21 in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne. Diese hätten die drei Soldaten "permanent drangsaliert". Bei den Misshandlungen handelte es sich den Angaben zufolge um Körperverletzung, verbale Schmähungen und sexuelle Übergriffe.
Der Sprecher hob hervor, bei den Übergriffen sei niemand ernsthaft verletzt oder vergewaltigt worden. Die Täter sollten so bald wie möglich aus der Bundeswehr entlassen werden.
Nach Angaben des Sprechers der Panzerdivision 21 hatte einer der misshandelten Soldaten die Vorfälle Mitte März gemeldet. Der Kommandeur der Brigade habe daraufhin sofort Ermittlungen eingeleitet und am 23. März die Staatsanwaltschaft Detmold informiert, als sich der Verdacht erhärtet habe. Die Misshandlungen spielten sich den Angaben zufolge ausschließlich zwischen Mannschaftsgraden ab; die Vorgesetzten hätten davon nichts gewusst. Die sieben Täter sollen nun fristlos entlassen werden. In Augustdorf sind 3500 Soldaten stationiert, die unter anderem Kontingente für den Afghanistan-Einsatz stellen.
Erst kürzlich hatten Misshandlungsfälle bei den Bundeswehr-Gebirgsjägern für Aufsehen gesorgt: Dort mussten Soldaten laut Beschwerden bis zum Erbrechen Alkohol trinken und rohe Schweineleber essen. Zahlreiche Soldaten berichteten seitdem dem Wehrbeauftragten des Bundestags von Gewaltexzessen.
26. März 2010 - 22.16 Uhr
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