
Der Sohn des ehemaligen französischen Innenministers Charles Pasqua muss wegen einer Korrputionsaffäre ins Gefängnis. Der Kassationsgerichtshof in Paris bestätigte am Mittwoch eine einjährige Haftstrafe gegen Pierre Pasqua, weil dieser 1994 vom Industriekonzern Alstom Schmiergelder erhalten hatte. Alstom hatte damals für die Verlegung seines Unternehmenssitzes die Zustimmung einer Stelle benötigt, die während der Amtszeit von Charles Pasqua dem Innenministerium unterstand. Um die Genehmigung zu erhalten, zahlte das Unternehmen 770.000 Euro, die schließlich in der Schweiz auf einem Konto von Pierre Pasqua landeten.
Laut Anklage sollte das Geld letztlich der Finanzierung der politischen Aktivitäten von Vater Pasqua dienen. Der muss sich in dem Fall auch noch vor einem Sondergericht verantworten, das für Vergehen von Ministern zuständig ist. Pasqua junior hatte sich sieben Jahre lang in Tunesien der Justiz entzogen und war erst vergangenes Jahr nach Frankreich zurückgekehrt. Das Pariser Berufungsgericht verurteilte ihn darauf im November 2007 in der Alstom-Affäre zu einem Jahr Haft und einem weiteren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 300.000 Euro.
24. September 2008 - 15.24 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008
