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Sirven-Verhör im Elf-Prozess erst im März

AFP VOM 6.2.2001 | Nachrichten - Aktuelles | 13991 Aufrufe
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Sirven, Leuna, CDU, Elf

- 74-jähriger Milliarden-Jongleur in Paris inhaftiert

Der frühere Elf-Manager Alfred Sirven wird im Pariser Elf-Prozess erst am 12. März verhört. Nach der Auslieferung aus Deutschland begnügte sich die Pariser Strafkammer am Mittwoch damit, die Personalien des 74-Jährigen festzuhalten. Sirven bleibt zunächst in der Prominenten-Abteilung des Santé-Gefängnisses inhaftiert. Das Justizministerium bekräftigte, Sirven könne vom Parteispenden-Ausschuss des Bundestages auch zur Affäre um den Kauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie durch Elf vernommen werden.

Bei seinem ersten Auftritt vor dem Pariser Gericht, das seit zwei Wochen in Abwesenheit gegen ihn und weitere ehemalige Drahtzieher bei Elf verhandelt hatte, gab sich der einstige Top-Manager gut gelaunt. Nachdem Sirven der Vorsitzenden Richterin Sophie Portier gesagt hatte, "Madame, ich bin da, um auf Ihre Fragen zu antworten", wurde der Prozess für vier Wochen vertagt. Sirven war vergangene Woche in den Philippinen gefassten und von dort zunächst nach Deutschland gebracht worden.

Nach seiner Auslieferung nach Frankreich war Sirven in der Nacht sechs Stunden von Untersuchungsrichtern vernommen worden. Nach offiziellen Angaben ergab diese Vernehmung "im Grunde" nichts.

Für den Pariser Elf-Prozess bedeutet die Festnahme Sirvens eine spektakuläre Wende. Im Zentrum des Verfahrens steht die mutmaßliche Beteiligung des früheren Außenministers Roland Dumas an der Veruntreuung von Elf-Mitteln. Dumas und andere Angeklagte hatten Sirven bisher als Hauptverantwortlichen für das weltumspannende Schmiergeldsystem des Konzerns dargestellt.

Sirven war von 1989 bis 1993 die Nummer zwei des einstigen französischen Staatskonzerns Elf-Aquitaine. Der Pariser Prozess behandelt nur einen kleinen Teil des Elf-Skandals. Nach Informationen der Tageszeitung "Le Monde" verteilte Sirven weltweit mindestens 1,5 Milliarden Franc (450 Millionen Mark) Bestechungsgelder.

Sirven soll nach den Worten des SPD-Obmanns Frank Hofmann in der zweiten Jahreshälfte erneut vom Parteispenden-Ausschuss vernommen werden. Hofmann verwies auf eine entsprechende Zusage des französischen Premierministers Lionel Jospin. Sirven war am Dienstag nach Paris geflogen worden, nachdem sich der Ausschuss vergeblich um einen Auslieferungstopp bemüht hatte.

Beim Leuna-Geschäft wurden an Vermittler Kommissionen in Millionenhöhe gezahlt. Seit längerem besteht der Verdacht, dass ein Teil davon in die Kassen der CDU geflossen sein könnte.

© AFP Agence France-Presse GmbH 2001


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Seite 1: Sirven-Verhör im Elf-Prozess erst im März
Seite 2: Sirven nach tagelangem Tauziehen an Frankreich ausgeliefert
Seite 3: Sirven verweigerte vor U-Ausschuss die Aussage
Seite 4: Hektisches Tauziehen um einen Mann auf Durchreise
Seite 5: Kohls Prestige-Projekt Leuna von Anfang an unter Verdacht
Seite 6: Schwarze Konten, anonyme Spenden, womöglich verschwundene Gelder
Seite 7: Kritik an Veröffentlichung von Sirvens Telefonregister in Frankreich
Seite 8: Sirven - Auch in Frankreich Probleme mit der Aussprache

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