
Die Korruptionsaffäre bei Siemens hat einen weiteren Top-Manager des Konzerns den Job gekostet. Wie der Konzern am Mittwoch in München mitteilte, tritt der bisherige Medizin-Vorstand Erich Reinhardt Ende des Monats von seinem Amt zurück. Der 61-Jährige ziehe damit die Konsequenzen aus neuen Erkenntnissen zu Schmiergeldzahlungen im ehemaligen Bereich Medizintechnik, an dessen Spitze Reinhardt von 1994 an stand. Nach den bisherigen Erkenntnissen sei er aber persönlich nicht an den Vorfällen beteiligt gewesen.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" auf ihrer Internetseite berichtete, sollen über Konten in Dubai und anderswo in der Medizinsparte von 2001 bis 2006 fragwürdige Zahlungen in Höhe von fast 70 Millionen Euro abgewickelt worden sein. Die mit der Aufklärung der Schmiergeldaffäre betraute US-Kanzlei Debevoise wolle den Aufsichtsrat in der kommenden Woche darüber informieren. Nachfolger von Reinhardt soll laut Siemens Jim Reid-Anderson werden, der bisher den Diagnostik-Sektor leitete.
23. April 2008 - 15.17 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008

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