Sie sind durch eine Straftat verletzt und wollen Ihr Geld zurück? Adhäsion!

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Verfahrensrecht Rubrik, Adhäsion, Straftat, Schadenersatz, Adhäsionsverfahren

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Ausblick und Zusammenfassung

Abschließend lässt sich feststellen, dass das Adhäsionsverfahren für den durch eine Straftat Verletzten bestens geeignet ist, (fast) ohne finanzielle Risiken auf rasche Art und Weise vermögensrechtliche Ansprüche gegen den Täter gerichtlich geltend zu machen. Leider wird diese Möglichkeit von Verletzten und den mit der Durchsetzung von Ansprüchen beauftragten Anwälten viel zu selten genutzt. Das fällt umso mehr ins Gewicht, als mittels des Adhäsionsverfahrens nach Meinung des Verfassers eine spürbare Erleichterung der ordentlichen Gerichte bewirkt werden könnte. Adhäsion bedeutet wörtlich übersetzt "die bindegewebige Verwachsung sonst nicht miteinander verbundener Organe". Es liegt in erster Linie in der Hand der Anwaltschaft, an der Verwachsung von Straf- und Zivilgerichten erfolgreich mitzuwirken.

Seitens der Angeklagten sind keine weiteren Gründe dafür ersichtlich, einem Adhäsionsverfahren mit Ablehnung zu begegnen. Haben sie doch die Chance, deutlich höhere Verfahrenskosten vor einem Zivilgericht einzusparen. Die Strafgerichte können ein Anerkenntnis oder den Abschluss eines Vergleichs vor Gericht entsprechend § 46a StGB als positives Kriterium mildernd werten.

Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass sowohl Polizei, Staatsanwaltschaft und die Amtsrichter als auch die Anwaltschaft die verletzten Zeugen in Zukunft verstärkt auf ihr Antragsrecht nach den §§ 403 ff. StPO hinweisen. In Nummer 173 der Richtlinien für das Strafverfahren und für Bußgeldverfahren (RiStBV) steht, dass die Polizei und die Staatsanwaltschaft, nach § 403 Absatz 2 StPO auch der Strafrichter verpflichtet sind, die verletzten Zeugen auf ihre Anspruchsmöglichkeiten im Adhäsionsverfahren nach den §§ 403 ff. StPO hinzuweisen.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass es sich (leider) mit dem im Adhäsionsverfahren erstrittenen Titeln nicht anders verhält, wie mit anderen Titeln auch, die nichts wert sind, weil eine Vollstreckung in absehbarer Zeit aussichtslos ist. Es gilt vielmehr die Besonderheit, dass Straftäter oftmals noch "mittelloser" als "normale" Beklagte sind.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Ausgangslage
Seite  2:  Vorbereitung
Seite  3:  Materielle Voraussetzungen
Seite  4:  Formelle Voraussetzungen
Seite  5:  Rechtsstellung des Adhäsionsantragstellers
Seite  6:  Entscheidung
Seite  7:  Kosten
Seite  8:  Rechtsfolgen und Rechtsbehelfe
Seite  9:  Ausblick und Zusammenfassung