Serbien nennt Jagd nach mutmaßlichem Kriegsverbrecher oberstes Ziel
AFP VOM 26.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 699 Aufrufe Mehr zum Thema:Mladic, Kriegsverbrecher
Präsident Tadic sieht seit Land auf gutem Weg zum EU-Beitritt
Der serbische Präsident Boris Tadic hat die Jagd nach dem seit Jahren international gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Ratko Mladic als oberstes Ziel seiner Regierung bezeichnet. Genauso große Anstrengungen werde Serbien dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen widmen, versicherte er am Mittwoch vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg. Serbien hat bereits seinen Beitrittswunsch zur Europäischen Union (EU) kundgetan. Brüssel knüpft eine Aufnahme jedoch an die Auslieferung gesuchter Kriegsverbrecher, allen voran des früheren Militärchefs der bosnischen Serben, Ratko Mladic.
Serbien sei "auf dem guten Weg" hin zum EU-Beitritt, sagte Tadic weiter. Die Regierung in Belgrad werde demnächst auf eine Reihe von Fragen der EU-Kommission antworten. Sie hoffe, dann bald ein offizielles Aufnahmegesuch einreichen und mit den Beitrittsverhandlungen beginnen zu können.
Mladic und der frühere Präsident der selbst ernannten serbischen Republik Krajina in Kroatien, Goran Hadzic, werden vom UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag gesucht, sind aber seit Jahren flüchtig. Sie sollen für den Tod tausender Menschen während der Balkan-Kriege der 90er Jahre verantwortlich sein.
Mladic ist wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Kriegs (1992-1995) angeklagt. Das Tribunal in Den Haag legt ihm vor allem die 44-monatige Belagerung Sarajevos mit rund 10.000 Toten und das Massaker von Srebrenica mit weiteren 8000 Toten zur Last.
26.01.2011 - 16:31 Uhr


