Verleger beklagen "Schere im Kopf" wegen Caroline-Urteils
AFP VOM 28.7.2005 | Nachrichten - Europarecht | 3277 Aufrufe Mehr zum Thema:Caroline, Monaco
Nach Deutschlands Verurteilung wegen Fotos aus der Privatsphäre von Prinzessin Caroline sind die deutschen Medien nach Einschätzung des Branchenverbandes VDZ "insgesamt vorsichtiger" geworden. "Die Schere im Kopf greift stärker - dieses Feedback erhalten wir aus den Verlagen", sagte der Sprecher des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, Stefan Michalk, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Das Caroline-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg vom Juni 2004 halte sein Verband "heute genauso für falsch wie vor einem Jahr". Die am Donnerstag bekannt gegebene außergerichtliche Einigung auf Schadenersatz in dem Falle wollte Michalk nicht kommentieren.
Welche Auswirkungen das Caroline-Urteil im Medienalltag haben werde, müsse weiter beobachtet werden, sagte Michalk der AFP. Es gebe aber bereits eine "steigende Zahl von Rechtsverfahren, bei denen Persönlichkeitsrechte versus Pressefreiheit stehen". Abzuwarten sei, "ob sich die Gerichte tatsächlich auf das Caroline-Urteil berufen oder ob sie den klaren Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes folgen werden". Die Bundesregierung habe es leider versäumt, die Große Kammer des Europagerichtes anzurufen und damit eine Überprüfung des Straßburger Spruchs zu erreichen, bedauerte Michalk.
28. Juli 2005 - 16.40 Uhr
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